Studienfahrt nach Graubünden

“Italienischsprachige Schweizer brauchen keine erfundenen Ortsnamen”

Donnerstag, 23. April 2015 | 16:12 Uhr

Bozen – Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, hat diese Woche an einer Studienfahrt des Landtages nach Graubünden teilgenommen und sich dort über die gesetzlichen Grundlagen und die praktische Anwendung der Ortsnamen informiert. Die Regelung in der Schweiz zeige deutlich, dass erfundene Namen keine Basis für ein friedliches Zusammenleben seien und nur die Trennung der Sprachgruppen fördern würden, ist die Bewegung überzeugt. „Die Italiener in der Schweiz zeigen, wie es funktioniert, denn diese respektieren die Geschichte und Besiedlung des Landes und benötigen keine erfundenen Ortsnamen“, so die Süd-Tiroler Freiheit.
 
Im Schweizer Kanton Graubünden leben drei Sprachgruppen. 68 Prozent sprechen Deutsch, 15 Prozent Rätoromanisch und zehn Prozent Italienisch (sieben Prozent sprechen eine andere Sprache). „Dabei gilt das Territorialprinzip für alle Gemeinden. Dort, wo mehrere Sprachgruppen in einer Gemeinde leben, gibt es Ortsbezeichnungen in mehreren Sprachen, in den anderen Gemeinden nur einsprachige Namen. In allen Fällen werden jedoch nur historisch belegbare Namen verwendet und nie neue Bezeichnungen erfunden“, erklärt Knoll.
 
Im Gespräch mit italienischsprachigen Abgeordneten des „großen Rates“ hätten sich diese darüber verwundert gezeigt, dass viele Italiener in Südtirol an den faschistischen, italienischklingenden Namen festhalten, fügt Knoll hinzu. „In der Schweiz wäre das undenkbar, das würde ja eine Verfälschung der tatsächlichen Besiedlung bedeuten“, habe laut Süd-Tiroler Freiheit ein Abgeordneter wörtlich erklärt.
 
Der Umgang mit den Ortsnamen im Kanton Graubünden bilde eine gute Diskussionsgrundlage, um auch in Südtirol eine gerechte Lösung zu finden, ist die Süd-Tiroler Freiheit überzeugt.
 
„Die Verwendung historisch gewachsener Namen, unter Berücksichtigung der tatsächlichen Besiedlung, ist eine Mischung zwischen historischer Lösung und Prozentlösung, die für Südtirol bedeuten würde, dass überall dort, wo Italiener heute leben, auch historisch belegbare italienische Namen verwendet würden. In den Gebieten, wo es jedoch keine Italiener gibt, würde es nur deutsche und ladinische Namen geben“, so die Süd-Tiroler Freiheit abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen