EU-Richtlinie sieht Unterwegskontrollen vor

Ja zu Kontrollstelle für Lkw bei Mautstelle Sterzing

Dienstag, 01. September 2015 | 17:20 Uhr

Bozen/Sterzing – Die Landesregierung hat in ihrer heutigen Sitzung grünes Licht gegeben für eine Kontrollstation von Schwerfahrzeugen auf der Brennerautobahn im Bereich der Mautstelle Sterzing. Vorher hatten die Landschaftsschutzkommission und das Landesamt für Gewässerschutz ein positives Gutachten zum Projekt abgegeben.

Eine EU-Richtlinie sieht in allen Mitgliedsstaaten Unterwegskontrollen für Nutzfahrzeuge vor. "Die Forderung danach besteht seit langem, einerseits um die Fahrtauglichkeit der Schwertransporter, ihre Sicherheit, auch im Hinblick auf Umweltstandards und die Sicherheit des Warentransports zu überprüfen", sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher. Die Brennerautobahn A.G. will deshalb eine fixe Kontrollstelle in unmittelbarer Nähe zur Mautstelle Sterzing bauen und hat das entsprechende Projekt vorgelegt. Diese Struktur umfasst eine geräumige und mit allen notwendigen technischen Hilfsmitteln ausgerüstete Halle zur Überprüfung von Fahrzeugen rund um die Uhr.

"Die Kontrollstation in Sterzing ist als vorbeugende Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf einer der europäischen Transitrouten mit dem höchsten Verkehrsaufkommen zu sehen. Insofern kommt diese Einrichtung den Verkehrsteilnehmern selbst und auch den Anrainern zugute", erklärt dazu Umweltlandesrat Richard Theiner.

"Es handelt sich hierbei um eine einzigartige Struktur in Italien, welche auch Zusatzkontrollen durch die Sanitätseinheit, des tierärztlichen Dienstes, der Finanzpolizei usw. ermöglicht", beschreibt Mobilitätslandesrat Florian Mussner, der das Projekt begrüßt: "Die Erfahrung hat gezeigt, dass es sich bei solchen Unterwegskontrollen im Sinne der Straßenverkehrssicherheit in der Tat um ein sehr nützliches Mittel handelt, Fahrzeuge mit schwerwiegenden Mängeln aus dem Verkehr zu ziehen."

Die Kontrollstation wird eine ganzjährige Überprüfung der Fahrzeuge ermöglichen, und zwar einerseits im Hinblick auf technische Vorschriften wie Funktion von Bremsen, Stoßdämpfern, Lichtern, Reifen und Auspuff. Außerdem werden Fahrtenschreiber und Dokumente kontrolliert um auch die Einhaltung der Ruhezeiten, Geschwindigkeit und Fahrzeiten zu überwachen. "Zudem kann die Kontrollstation in Sterzing auch die Einhaltung der umwelttechnischen Auflagen durch die Lkw prüfen und somit einen konkreten Beitrag zur Eindämmung der Schadstoffbelastung entlang der Autobahn leisten", unterstreicht Landesrat Theiner den Nutzen für die Umwelt.

Die Kontrollen sollen von den Mitarbeitern des Revisionszentrums des Landes in Zusammenarbeit mit der Verkehrspolizei durchgeführt werden. "Es ist entscheidend, dass man den Einsatz dieser Kontrollstelle auch mit den Behörden in Österreich und der dortigen Prüfstelle abstimmt, damit das Prüfnetz stark verdichtet und dessen Effizienz erhöht wird", erklärt Theiner.

Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Landesregierung einer Abänderung des Bauleitplans genehmigt und so der Eintragung einer Zone für übergemeindliche öffentliche Einrichtungen im Bereich der Autobahnausfahrt Sterzing zugestimmt. Nachdem bereits im Mai die Landschaftsschutzkommission des Landes mit ihrem Gutachten grünes Licht gegeben hatte, liegt nun auch das positive Gutachten des Landesamtes für Gewässerschutz für das Projekt vor. Auch die Gemeinde hat dem Vorhaben der Brennerautobahn A.G. bereits zugestimmt.

Grüne: „Alte Forderung wird Wirklichkeit“

Die Südtiroler Landesregierung hat heute grünes Licht für den Bau einer fixen LKW-Kontrollstelle auf dem Sadobre-Gelände bei Sterzing gegeben. Nach Abschluss des aufwändigen Projekt- und Genehmigungsverfahrens wird die Gesellschaft der Brennerautobahn den Bau in Kürze beginnen und die Kontrollstation endlich in Funktion treten. Die Südtiroler Grünen haben eine feste Kontrollstation seit 2004 regelmäßig gefordert und auf das Tiroler Vorbild auf der A12 bei Kundl und Radfeld verwiesen, wo tagtäglich Dutzende von Lkw auf Fahrtauglichkeit und -sicherheit überprüft werden. Dies erklären die Landtagsabgeordneten Hans Heiss, Riccardo Dello Sbarba und Brigitte Foppa in einer Aussendung.

„Dass eine solche Überprüfung keine Schikane ist, belegen die sporadischen Checks in unserem Land. Die in Bozen eingesetzte Mobile Kontrollstelle hat allein 2014 bei Überprüfung von 135 Fahrzeugen 57 aus dem Verkehr gezogen; ein noch höherer Wert wie in den Jahren ab 2006, wo 15 bis 20 Prozent der kontrollierten Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen wurden. Obwohl viele Transporteure ihre Fahrzeuge in perfektem Stand haben, gibt es allzu viele Lkw, deren prekärer Zustand die Fahrer selbst und andere Verkehrsteilnehmer akut gefährdet. Immer wieder auftretende LKW-Brände auf der Autobahn sind nur Symptome dafür, welch rollende Zeitbomben auf unseren Straßen unterwegs sind“, erklären die Grünen.

„So bleibt zu hoffen, dass die fixe Kontrollstelle in Sterzing auch mit Nachdruck betrieben wird und einen regen und zügigen Kontrollbetrieb entfaltet. So lässt sich zwar nicht die notleidende Luftqualität an den Autobahnen verbessern, zumindest aber die Sicherheit für Autobahnbenutzer und Anrainer deutlich steigern“, so die Grünen abschließend.

Von: ©lpa

Bezirk: Wipptal