Seit 2013 ist Cannabis in Italien für therapeutische Zwecke zugelassen

JG begrüßt Cannabis-Produktion zu medizinischen Zwecken

Donnerstag, 11. Juni 2015 | 10:28 Uhr

Bozen – In der Sitzung des Landtags vom gestrigen Mittwoch wurde der Beschluss gefasst, beim römischen Gesundheitsministerium einen Antrag für die Erlaubnis zur Cannabis-Produktion in Südtirol für medizinische Zwecke zu stellen. „Wir begrüßen diese Entscheidung. Es ist sinnvoll, die nachweislich gute therapeutische Wirkung von Cannabis bei verschiedensten Krankheiten zu nutzen und bei der Produktion nicht auf teure Importe aus dem Ausland angewiesen zu sein“, bekräftigt René Tumler der Vorsitzende der Jungen Generation.
 
Seit 2013 ist Cannabis in Italien für therapeutische Zwecke zugelassen. Es ist aber italienweit kein Betrieb zu Produktion ermächtigt, was wiederum zur Folge hat, dass Cannabis teuer aus dem Ausland eingeführt werden muss und es auch immer wieder zu Lieferengpässen kommt. Mit einer eigenen Produktion in Südtirol könnte dem entgegengewirkt werden. „Es macht Sinn, in Hinblick auf verschiedene Krankheiten dem Wunsch eines Teils der Bevölkerung nach natürlichen Medikamenten entgegenzukommen und auch die Produktion dafür zu sichern“, ist René Tumler überzeugt. Zudem unterliege die Produktion selbstverständlich strengen Kriterien, die berücksichtigt werden müssen. So müsse der Anbau auf einem Grundstück erfolgen, welche es im Besitz der öffentlichen Hand stehe und bewacht sei.
 
Der Missbrauch von Cannabis und die Cannabis-Produktion zu medizinischen Zwecken seien zwei völlig unterschiedliche Themen, die auch unterschiedlich gehandhabt werden müssen, betont Tumler. Jeglicher Missbrauch von Medikamenten, Drogen und Alkohol sei zu verurteilen und man müsse dem mit Aufklärung und Verboten entschieden entgegen. Die Cannabis-Pflanze dürfe aber nicht grundsätzlich verteufelt werden. „Eine medizinisch indizierte, legale Nutzung von Cannabis kann vielen schwer Erkrankten in der Schmerztherapie helfen und ist daher eindeutig zu befürworten und zu unterstützen!“, so Tumler.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen