Zuwanderer mit durchschnittlich gutem Bildungsniveau

JG Burggrafenamt: “Integration geht uns alle an”

Mittwoch, 10. Juni 2015 | 17:03 Uhr

Meran – Landesrat Philipp Achammer referierte kürzlich in Meran zum Thema „Integration – wie geht’s weiter?“. Nach kontroverser Diskussion war sich die JG Burggrafenamt einig, dass absoluter Handlungsbedarf aller politischer Parteien und Verantwortungsträger gefragt ist.
 
Integration – schwer zu definieren und niemand nimmt sie gleich wahr – ist vielleicht die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Der Jungen Generation Burggrafenamt ist es wichtig, dieses Thema nicht totzuschweigen, und lud den zuständigen Landesrat Philipp Achammer zur Diskussion und Aussprache.
 
Achammer informierte die Anwesenden darüber, dass in Südtirol Ende 2013 rund 45.000 Migranten mit und einige Tausend ohne Aufenthaltsgenehmigung lebten. Diese kommen aus 137 verschiedenen Nationen, ein Drittel sind Unionsbürger mit Niederlassungsfreiheit, die restlichen kommen meist aus Albanien und Pakistan. Über 60 Prozent wohnen in Ballungszentren. 28.000 Ausländer arbeiten in Südtirol. Knapp 5.000 Ausländer sind in Arbeitslosenlisten eingetragen. Die Zuwanderer haben ein durchschnittlich gutes Bildungsniveau, trotzdem sind sie nur in wenigen Arbeitsmarktsegmenten und meist in wenig qualifizierenden Jobs tätig. Rund zwei Drittel der Südtiroler Betriebe beschäftigen ausländische Arbeitskräfte, in der Gastronomie sogar knapp 90 Prozent. Theoretisch ist es nach zehn Jahren möglich die Staatsangehörigkeit zu erlangen, in der Praxis dauert dies jedoch im Schnitt 16 Jahre.

Angesichts dieser Fakten, fordert die JG Burggrafenamt, dass Integration auch in Südtirol ernst genommen wird und entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden. Bezirksjugendreferent Ulrich Ladurner: „Alle politischen Parteien sprechen darüber, konkretes Handeln bleibt jedoch aus! Und auch jeder Südtiroler ist aufgefordert seinen kleinen Beitrag zu leisten.“ Ziel muss es sein die Koordinierungsstelle beim Land mit mehr finanziellen und personellen Ressourcen auszustatten. Achammers Sprachfördermodel für Kinder und Jugendliche ist ein Schritt in die richtige Richtung, muss jedoch ausgebaut werden. Die angestrebte Integrationsvereinbarung für Südtirol ist sehr zu begrüßen. Jedoch muss das Erlernen der Landessprachen fester Bestandteil davon sein. Die SVP muss sich bewusst werden, dass hier akuter Handlungsbedarf besteht, jedoch braucht es auch die aktive Mithilfe der anderen Parteien, denn Politiker sollten mehr als Stammtischparolen drauf haben.“

Von: ©mk

Bezirk: Burggrafenamt