Gruppe ist Kaufhausprojekt kritisch gesinnt

‘Jung in Bozen’: “Wollen mitreden und werden laut sein”

Dienstag, 21. April 2015 | 22:11 Uhr

Bozen – In Bozen hat sich eine Gruppe junger Leute unter der Bezeichnung „Jung in Bozen“ zusammengeschlossen. Die Gruppe bezeichnet sich als unabhängig und äußert den Willen, Bozen mitzugestalten. Gegenüber dem Kaufhausprojekt ist „Jung in Bozen“ kritisch eingestellt.

„Uns geht es nicht um Benko oder Zukunft Bozen, um Oberrauch oder die Laubenkönige, uns geht es um die Vorangehensweise: wo Entscheidungen getroffen werden, wie Bürger nicht beteiligt werden, wie private Interessen vor öffentlichem Wohl stehen! Wir plädieren für eine sinnvolle, diskutierte und bedachte Stadtentwicklung! Stadtentwicklung ohne Bürger kann nicht funktionieren“, so „Jung in Bozen“.

„Wir haben uns mit Experten getroffen, haben uns informiert, und festgestellt, dass zu viele Informationen über das Projekt nicht öffentlich präsentiert wurden. Uns selbst wurden dabei die Augen geöffnet. Davon angetrieben wuchs in uns die Motivation etwas zu verändern: Wir brauchten die Aufmerksamkeit der Bevölkerung! Damit über das Einkaufszentrum wieder neu gesprochen wird, wurden wir laut! Wir sind nicht Experten für Stadtentwicklung, wir müssen keine Alternativen vorschlagen, aber wir haben Ideen und Visionen für unsere Stadt. Wir erwarten, dass die Politik und die Öffentlichkeit (junge) Menschen beteiligt, anhört und dass unterschiedliche Meinungen Platz haben“, heißt es in einer Aussendung weiter.

„Wie sollen Jugendliche in dieser Stadt gut und gern leben, wenn die einzigen vorgelebten Werte Konsum und Macht sind? Wir müssen den Charakter von Bozen erhalten und immer wieder neu gestalten! Der öffentliche Grund ist Lebensraum für uns, er kann und darf nicht einfach privatisiert werden. Das Wohl von Bürgern kann man nicht erkaufen. Das Zusammenleben von Sprachgruppen, Kulturen, von Menschen ist kein ‚Geschäft’, schreibt „Jung in Bozen“.  

„Wir werden uns für unsere Stadt weiterhin einsetzen, wir werden laut sein und für manche vielleicht auch unangenehm! Wir sind jung und wollen mitreden und mitentscheiden“, heißt es abschließend.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen