Zwei Drittel der Frauen unter 25 in befristeten Arbeitsverhältnissen

“Junge können kaum noch Zukunft planen”

Donnerstag, 10. September 2015 | 09:02 Uhr

Bozen – Kurzarbeiten, befristete Arbeitsverträge und niedrige Löhne gemessen an den hohen Lebenshaltungskosten in Südtirol sind nur einige Indikatoren für prekäre Arbeitsverhältnisse. Mit dem offenen Ausbruch der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise hat der Anteil der prekären Arbeitsverhältnisse in Südtirol zugenommen und besonders junge Menschen können kaum noch für die Zukunft planen. Der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas übt Kritik an der SVP, welche die künftigen Generationen des Landes aus den Augen verloren habe.
 
„Die Landesregierung von Südtirol vertraut auf die Maßnahmen der Regierung Renzi in Rom, welche durch den sogenannten ‚jobs act‘ die unbefristete Beschäftigung durch Anreize fördern will. Allein diese Maßnahme ist die Antwort der Südtiroler Landesregierung gegenüber der Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen“, kritisiert der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas, da die Zahlen alarmierend seien und das alleinige Vertrauen auf den Staat wohl kaum zielführend sei.
 
„Die Zahlen skizzieren eine dramatische Situation“, erklärt der Landesparteiobmann mit Blick auf die vorliegenden Daten. „Über die Hälfte der jungen Menschen unter 25 Jahren in einem Arbeitsverhältnis sind an eine befristete Tätigkeit gebunden. Besonders bei den Frauen in dieser Alterskategorie ist der Anteil von 56,6 Prozent im Jahr 2008 auf 64,4 Prozent im Jahr 2014 angestiegen. Im gleichen Zeitraum ist er bei den Männern von 48,2 Prozent auf 55,6 Prozent angestiegen. Das Bild bei den Arbeitnehmern unter 35 Jahren zeigt eine ähnliche Entwicklung auf“, erläutert Blaas die Situation.
 
„Eine längerfristige Lebensplanung oder Investitionen in die Zukunft haben unter solchen Rahmenbedingungen äußerst schlechte Karten. Mit der Krise wurde der Jugend Europas die Zukunft verbaut. Währenddessen legen die politisch Verantwortlichen den Fokus der Aufmerksamkeit und die Ressourcen auf die Flüchtlings- und Einwanderungsströme. Eine ganze Generation von jungen Menschen wird schlichtweg übersehen Es ist höchste Zeit die Aufmerksamkeit der eigenen Bevölkerung zuzuwenden, denn prekäre Arbeitsverhältnisse sind bestimmt nicht das wirtschaftliche Fundament von Morgen“, kritisiert der Freiheitliche Landtagsabgeordnete die Politik der regierenden Parteien.
 
„Die SVP wäre gut beraten, wenn sie anstatt ihre Hoffnungen an die Entscheidungen aus Rom zu ketten, endlich mehr Kompetenzen für unser Land einfordern würde. Schließlich geht es um die Zukunft unsers Landes und um die Zukunft der jungen Bevölkerung Südtirols. Es muss künftig an uns liegen, die Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung in Südtirol abzustecken und die Weichen für die Jugend zu stellen. Von Rom wird nicht viel zu erwarten sein. Bisher gab es viele Ankündigungen aber Taten keine“, hält Walter Blaas abschließend fest.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen