Neueste Daten zum Gesundheitsverhalten von Schülern

Kampf gegen die Sucht: Präventionsbemühungen greifen

Freitag, 12. Juni 2015 | 15:24 Uhr

Bozen – Die HBSC-Studie ist ein internationales Forschungsvorhaben zum Gesundheitsverhalten von Schüler/innen an dem weltweit 44 Staaten teilnehmen. Sie wird seit 1982 durchgeführt und von der Weltgesundheitsorganisation gefördert. Italien nimmt daran seit 2001 teil, Südtirol seit 2004. Soeben wurden die Ergebnisse für Italien vorgestellt. Darunter sind auch einige Daten zum Substanzkonsum und zum Risikoverhalten, die regional verglichen werden können. Darauf macht das Forum Prävention aufmerksam.

Auf nationaler Ebene verringert sich 2014 für beide Geschlechter und für aller drei beforschten Altersgruppen (Elf-, 13- und 15-Jährige) die Anzahl der Jugendlichen, die zumindest einmal in der Woche Alkohol trinken. Beim wöchentlichen Alkoholkonsum liegen die 15-jährigen Südtiroler Buben mit ca. 30 Prozent auf dem 17. Platz, die gleichaltrigen Mädchen liegen ungefähr gleich auf. Allerdings sind sie damit im Vergleich mit den anderen italienischen Regionen auf dem ersten Platz. Die gleich hohe Konsumrate bei Mädchen und Buben zeigt, dass Mädchen in Südtirol an den Konsumrealitäten gleich teilhaben wir ihre männlichen Gleichaltrigen. Damit unterscheiden sie sich von ihren gleichgeschlechtlichen Altersgenossinnen in anderen italienischen Regionen. Nichtsdestotrotz sind die Ergebnisse positiv zu bewerten: Vergleicht man die Daten mit denen aus dem Jahr 2011, verringert sich der Anteil der wöchentlichen Alkohol-Konsumenten in Südtirol bei beiden Geschlechten um zehn Prozent.

Italienweit erhöht sich für 2014 der Anteil der 15-Jährigen, die angeben sich mindestens zweimal in ihrem Leben betrunken zu haben (bei den Buben von 16,7 auf 20,8 – bei den Mädchen von 10,8 auf 16 Prozent). Die Südtiroler Burschen und Mädchen liegen bei den Rauscherfahrungen nach Aosta auf dem zweiten Platz. Wieweit sich diese Rate im Vergleich zu den zwei vorhergehenden Erhebungen für Südtirol verändert hat, kann mit den bis jetzt publizierten Daten noch nicht gesagt werden.

Die hohen Rauscherfahrungen bei den 15-Jährigen zu senken, ist eine der verbleibenden Herausforderungen, die bestenfalls nur mit einem Zusammenspiel aus guten Alternativen zum Rauscherlebnis, beispielsweise Programme wie Af-Zack,  und verstärkter Verantwortungsübernahmen der Alkoholanbieter anzugehen ist.

Zigaretten

Bei den regelmäßigen Raucher/innen liegen die Südtiroler Jugendlichen mit 9,4 Prozent auf den hintersten Plätzen. Nur in Aosta und den Marken gibt es noch weniger Raucher/innen. Der Raucheranteil sinkt bei den Südtiroler Jugendlichen im Vergleich zu den vorhergehenden Erhebungen beträchtlich. 2009 lag er unter den 15-Jährigen bei 13,8 Prozent, 2005 bei 21,1 Prozent. Hier kann ein positiver Abnahmetrend festgestellt werden: in 10 Jahren hat sich der Anteil der Gewohnheitsraucher/innen mehr als halbiert.

Italienweit erhöhen sich die Lebenszeiterfahrungen mit dem Konsum von Cannabis. Bei den 15-jährigen Buben geben 26,4 Prozent an zumindest einmal Konsumerfahrungen mit Cannabis gehabt zu haben, bei den Mädchen sind es 20 Prozent. Südtiroler Jugendliche sind im Vergleich zu den anderen italienischen Regionen auf dem vorletzten Platz. Auch hier fehlen noch die genauen Daten für einen Vergleich mit den Ergebnissen der vorhergehenden Erhebungen.

Cannabis

Ebenso erfreulich sind die Daten in Bezug auf das Glücksspiel. Bezieht man sich auf Glücksspielerfahrungen in den letzten 30 Tagen liegen die 15-jährigen Südtiroler Buben auch da mit ihren Trientner Kollegen auf dem letzten Platz. Dasselbe gilt auch in Bezug auf die Jugendlichen, die aufgrund ihres Glücksspiels als gefährdet oder abhängig angesehen werden.

Glücksspiel

Es ist davon auszugehen, dass diese aus Südtiroler Sicht positiven Ergebnisse auch mit den verstärkten Präventionsbemühungen der letzten 15 Jahre zusammenhängen. Ein Hinweis dafür liefert der hohe Prozentanteil  der einzelnen beteiligten Schulen, welche angaben regelmäßig Präventionsmassnahmen in ihren Einrichtungen durchzuführen. Südtirols Schulen liegen im Vergleich zu den anderen Regionen ganz vorne. Vom Forum Prävention entwickelte Präventionsprogramme wie Free-your-Mind im Tabakbereich, Allcool und Aktion Verzicht im Alkoholbereich oder die Präventionsangebote im Rahmen der Aktion-Spielsucht-Kampagne tragen erheblich zu dieser Situation bei. Ausschlaggebend sind aber auch motivierte und ausgebildete Lehrpersonen, die in ihrem täglichen Kontakt mit Schüler/innen positiv wirken.

Notwendig ist für eine effiziente Weiterarbeit aber auch eine akkurate Auswertung aller neu vorliegenden Daten. Dieser Schritt sollte in naher Zukunft geschehen. Weitere Infos auf: www.hbsc.unito.it/it/index.php/pubblicazioni/convegni.html

Von: ©mk

Bezirk: Bozen