„Wir machen einen Staat!“

Katalonien wählt Unabhängigkeit: Gratulationen aus Südtirol

Montag, 28. September 2015 | 12:46 Uhr

Bozen – Der Landtagsabgeordnete der Süd-Tiroler Freiheit, Sven Knoll, gratuliert den Katalanen zu ihrer historischen Wahl für die Freiheit. Mit dieser Wahl hätten die Katalanen gezeigt, dass Selbstbestimmung eine Frage des politischen Wollens sei. Somit hätten sie auch für Südtirol eine wichtige Vorreiterrolle eingenommen.

Die Süd-Tiroler Freiheit ist mit den katalanischen Unabhängigkeitsbefürwortern eng verbunden und hat die Wahl mit Cristian Kollmann in Barcelona live verfolgt.

Das klare Votum für die Liste der Unabhängigkeitsbefürworter ist nun ein Auftrag an die neue Regierung, die Loslösung von Spanien vorzubereiten. „Katalonien hat damit einen Präzedenzfall in Europa geschaffen, der auch für Südtirol Vorbildfunktion hat“, erklärt die Süd-Tiroler Freiheit.

Der Wunsch nach Selbstbestimmung, die Überwindung von Unrechtsgrenzen und der Aufbau eines echten Europas der Völker und Regionen könnten nun nicht länger ignoriert werden.

„Schottland hat im vergangenen Jahr gezeigt, dass Selbstbestimmung möglich ist, Katalonien hat nun das Tor zur Freiheit geöffnet. Diesem Bespiel gilt es zu folgen und auch für Südtirol eine Zukunft ohne Italien anzustreben“, betont Knoll.

„Wir machen einen Staat!“

„Hem guanyat! Hemos guañado! We have won! Nous avons gagné!“. Gleich in vier Sprachen fasste Artur Mas am Sonntagabend das Wahlergebnis seines Bündnisses „Junts pel Sí“ zusammen.
 
Cristian Kollmann von der Süd-Tiroler Freiheit war mit einer Delegation der Europäischen Freien Allianz in Katalonien unterwegs und hat den Wahlausgang so wie zuvor das Wahlgeschehen vor Ort mitverfolgt. Noch bevor gegen 23.00 Uhr das endgültige Wahlergebnis feststand, traten die drei Spitzenkandidaten des independentistischen Wahlbündnisses „Junts pel Sí“ (Gemeinsam für das Ja) vor die Medien und die gewaltige Menge des Wahlvolkes und gaben erste Stellungnahmen ab, die sich Kollmann notierte. Bis auf den ersten viersprachigen Satz von Mas wurde der Rest der Reden in der Nationalsprache Katalanisch gehalten.
 
Artur Mas („Convergència Democràtica de Catalunya“ – Demokratische Übereinstimmung Kataloniens): „Heute haben wir einen doppelten Sieg errungen. Das Ja hat gewonnen. Aber mehr und mehr hat auch die Demokratie gewonnen. Wir haben jetzt eine enorme Kraft und eine große Legitimität, unser Projekt voranzubringen.“
 
Oriol Junqueras (Partei „Esquerra Republicana de Catalunya“ – Republikanische Linke Kataloniens): „Wir haben Geschichte geschrieben. Diese Geschichte werden wir jetzt fortsetzen. Wir machen einen Staat. Niemand kann uns mehr sagen, dass wir nicht die demokratische Berechtigung hierfür hätten!“
 
Raül Romeva i Rueda (ehemaliges Mitglied der katalanischen Grünen, für die er bis 2014 im EU-Parlament saß): „Trotz der feindseligen Kampagne, einer Kampagne des Neins und der Lügen haben die Menschen sich nicht einschüchtern lassen und erkannt, dass sie eine historische Chance haben. Das Ja hat über das Nein klar gesiegt. Wir werden mit Allen gemeinsam dieses Land aufbauen und es Allen anbieten.“
 
Das Wahlbündnis „Junts pel Sí“ wird im katalanischen Parlament mit 62 von insgesamt 135 Sitzen vertreten sein. Hinzukommt eine weiteres independentistischens Bündnis „Candidatura d’Unitat popular“ (Kandidatur der Volkseinheit), auf das zehn Sitze entfallen. Beide Gruppen zusammen ergeben im katalanischen Parlament mit 72 Sitzen eine absolute Mehrheit, die sich für die Unabhängigkeit Kataloniens ausspricht.
 
Jordi Solé, Vizegeneralsekretär der „Esquerra Republicana de Catalunya“ und Generalsekretär der Europäischen Freien Allianz, wird am 24. Oktober als Hauptredner auf der Landesversammlung der Süd-Tiroler Freiheit zu Gast sein und Kataloniens Weg in die Unabhängigkeit aufzeigen.
 
Heimatbund gratuliert Unabhängigkeitsbefürwortern zu Wahlsieg
 
Der Südtiroler Heimatbund ist hoch erfreut darüber, dass bei den katalanischen Regionalwahlen die Befürworter eines unabhängigen Kataloniens Wahlsieger sind und die absolute Mehrheit gewonnen haben. Die Wähler hätten damit völlig demokratisch ihren Willen für den Weg in die Freiheit bekundet.

Es liege nun an Artur Mas und den anderen Selbstbestimmungsbefürworten, die nächsten vom Volk gewollten Schritte in die Unabhängigkeit zu setzen. Der Souverän, das Volk, habe nun dazu den Auftrag erteilt.

„Selbst die Drohung, dass ein neuer Staat Katalonien aus der EU fliegen würde, konnte den Freiheitsdrang des Volkes nicht brechen. Es wäre im Übrigen völlig unlogisch, wenn ein Staat, der im Gegensatz zu anderen Staaten der EU alle Voraussetzungen erfüllt, aus der Staatengemeinschaft ausgeschlossen würde“, erklärt der Heimatbund.

Der Südtiroler Heimatbund bedauere, dass es in Südtirol keinen so mutigen führenden Politiker wie Artur Mas gebe, der „mit dem nötigen politischen Rückgrat auch die Südtiroler in die Freiheit führen könnte“.

Schützenbund: „Katalonien macht es vor“

Der Ausgang der Parlamentswahlen in Katalonien zeigt für den Südtiroler Schützenbund einmal mehr auf, dass Konstellationen, die von führenden Politikern bis vor Kurzem für undenkbar gehalten worden sind, plötzlich eintreten können – wenn sie mit genügend Nachdruck betrieben werden.
 
So wie Schottland, das allen Unkenrufen zum Trotz eine Abstimmung abgehalten hat und wo demnächst schon die nächste Abstimmung für die Unabhängigkeit folgen könnte, hat sich auch Katalonien am vergangenen Sonntag den Weg in die Freiheit selbst bereitet. Damit seien die Weichen für einen Abschied vom unsicheren Zentralstaat gelegt, so der Schützenbund.
 
In diesem Zusammenhang ruft der Südtiroler Schützenbund die verantwortlichen Politiker in Südtirol zu mehr Mut und vor allem zu mehr Weitblick auf. Die Zeitfenster, die sich in der Geschichte immer wieder auftun, könne man nur nützen, wenn man selbst aktiv zu deren Verwirklichung beitrage. Wer ewig zaudert, werde niemals die Chance für ein Los von Rom bekommen, erklären die Schützen abschließend.

Freiheitliche gratulieren zu Wahlen in Oberösterreich und Katalonien

Der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas gratuliert im Namen der Partei der FPÖ zum herausragenden Wahlerfolg in Oberösterreich und begrüßt die Entscheidung der Katalonischen Bevölkerung, den Weg der Unabhängigkeit einzuschlagen.
 
„Eine starke Sachpolitik und die aktive Auseinandersetzung mit den politischen Herausforderungen der Zeit haben die FPÖ in Oberösterreich erstarken lassen“, unterstreicht der Freiheitliche Landesparteiobmann Walter Blaas einleitend. „Im Namen der Partei gratuliere ich Herrn Landesrat Dr. Haimbuchner und seiner Mannschaft zum großartigen Erfolg. Während die etablierten Parteien rund um die ÖVP und die SPÖ der politischen Entwicklung und der Massenzuwanderung nur mehr zusehen und nicht mehr handeln, hat gerade hier die FPÖ einen klaren Kurs vorgegeben. Die Interessen der einheimischen Bevölkerung werden von der freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft stets an die erste Stelle gesetzt. Die Wählerschaft hat diesen Grundsatz honoriert“, so der Freiheitliche Landesparteiobmann in einer Stellungnahme.
 
„Die Wahl in Katalonien hat eine starke Signalwirkung für Südtirol. Katalonien ist ebenso wie unser Land Teil eines Nationalstaats, dessen Verfassung die ‚Unteilbarkeit‘ des Staatsgebietes vorsieht. Während die katalanische Regionalregierung mit Leidenschaft und Courage den Unabhängigkeitswillen ihrer Bevölkerung vertritt, glänzt die Südtiroler Landesregierung durch Desinteresse, Untätigkeit und vorauseilende Rom-Treue zum PD. Die SVP wird nicht länger die Augen vor dieser Entwicklung in Europa verschließen können“, kritisiert der Freiheitliche Landesparteiobmann.

„Die Wahlen in Oberösterreich und Katalonien sind ein Warnschuss der Bürger für diese ‚inländerfeindliche‘ EU“, ergänzt der Landtagsabgeordnete Sigmar Stocker.

Pöder begrüßt Katalonien-Wahl
 
Der Landtagsangeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder begrüßt das Ergebnis der Katalonien-Wahl mit dem Sieg der Selbstbestimmungskräfte. "Nach den Schotten haben nun auch die Katalanen bewiesen, dass das Selbstbestimmungsrecht der Völker ein demokratisches Grundrecht und die Grundlage der Freiheit ist. Katalonien wird nach der gestrigen Wahl den Weg in die Freiheit wählen, ein Weg, den es auch für Südtirol zu gehen gilt", schreibt Pöder in einer Aussendung der BürgerUnion.

Die hohe Wahlbeteiligung und das doch recht klare Ergebnis zugunsten der Unabhängigkeits-Befürworter zeigen laut Pöder, dass der Freiheitswillen der Katalanen nicht mehr aufzuhalten sei. "Katalonien wird wohl schon sehr bald auf seine Unabhängigkeit hinarbeiten und diese wohl auch erlangen. Anders als der SVP fehlt es den Katalanen nicht an Mut und Selbstbewusstsein. Anders als die SVP lassen sich die Katalanen nichts vom Zentralstaat vorschreiben", so Pöder.
 
Europa wird sich laut BürgerUnion darauf einstellen müssen, dass immer mehr Völker den "Weg in die Freiheit" wählen werden. "Das Europa der Nationen, wie wir es kennen, wird sich nicht mehr lange halten können. Europa muss zu einem Europa der Regionen werden, mit Katalonien, aber auch der Freien Europaregion Tirol und wohl auch mit den Schotten, den Basken, den Flamen und all den Völkern, die gegen ihren Willen unterdrückt und an einen Zentralstaat gefesselt sind", schließt Pöder die Aussendung der BürgerUnion.

Auch der Jugendsprecher der BürgerUnion, Stefan Taber, begrüßt das Wahlergebnis in Katalonien als mutiges Zeichen für die Zukunft des Landes und die Zukunft Europas. "Wir Jungen sind die Zukunft Europas , und diese Zukunft wollen wir in Freiheit erleben. Die Wahl in Katalonien ist ein starkes Signal für ein zukünftiges Europa der Region, ein starkes Signal für die Selbstbestimmung der Völker", schreibt Taber in einer Aussendung der BürgerUnion.
 
Der Südtiroler Jugend fehlt es laut Taber anders als den alteingesessenen Herren in der SVP nicht an Mut, die Zukunft in die Hand zu nehmen und für die Selbstbestimmung aufzustehen. "Die SVP kann sich von den Katalanen eine Scheibe abschneiden. Sie haben mit ihrem Wahlverhalten Mut zur Freiheit sowie Weitblick und die Bereitschaft, für eine bessere Zukunft der nächsten Generationen zu kämpfen, bewiesen", so Taber in der Aussendung der BürgerUnion weiter.
 
Auch Südtirol werde laut Taber Farbe bekennen müssen. "Doch dann nicht durch feiges Stillhalten und Gehorsam, wie von der SVP seit Jahrzehnten praktiziert. Südtirol wird wie Katalonien seinen Weg in die Freiheit finden, Südtirol wird wie Katalonien den Mut und den Willen für die Selbstbestimmung aufbringen, und wir Jungen werden dabei eine wichtige und treibende Rolle spielen", schließt Taber die Aussendung der BürgerUnion und verweist abschließend auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker: "Kein Volk kann auf Dauer von einem Staat unterdrückt werden, auch und gerade Südtirol nicht."

Von: ©mk