Landesämter würden in Hinterhof gepfercht

Kaufhausprojekt: Ein schlechtes Geschäft für das Land?

Samstag, 20. Juni 2015 | 12:37 Uhr

Bozen – Das Kaufhausprojekt ist ein schlechtes Geschäft für die öffentliche Hand. Die Signa Holding benötigt für die Verwirklichung des Projekts das alte Handelskammergebäude. Während den privaten Bürobesitzern die Räume abgekauft wurden, ist mit der Landesverwaltung ein Tauschgeschäft vorgesehen. Laut dem Tagblatt Dolomiten wirft dieser Handel eine Reihe von offenen Fragen auf.

In dem Gebäude besetzt die Landesverwaltung Büros mit einer Fläche von 7.257 Quadratmeter. Die Räumlichkeiten sind hell und lichtdurchflutet.

Laut den „Dolomiten“, hat ein Privater für sein 220 Quadratmeter großes Büro samt Keller 3,6 Millionen Euro von Benko erhalten. Das entspricht einem Quadratmeterpreis von über 16.000 Euro.

Die Büros der Landesverwaltung sind laut dem Schätzamt über 32 Millionen Euro wert, was einem Quadratmeterpreis von 4.427 Euro entspricht. Doch Benko will in diesem Fall ein Tauschgeschäft eingehen.

Die Landesregierung hat sich am 30. September 2014 mit dem Thema befasst. Landeshauptmann Arno Kompatscher will nur auf den Deal eingehen, „sofern es sich um eine gleichwertige Struktur handelt, sowohl was Fläche und auch Lage betrifft und zugesichert wird, dass sämtliche Umzugs- und Unterbringungskosten übernommen werden.“

Wie das Tagblatt Dolomiten aber heute berichtet, darf laut den vorliegenden Plänen die Gleichwertigkeit bezweifelt werden. Die Landesbüros würden nämlich in einen Hinterhof gepfercht werden – umgeben von Nachbargebäuden, die neun Stockwerke hoch sind.

Fragwürdig sei auch, ob die Landesverwaltung tatsächlich wieder die gleichen Flächen bekommt oder nicht gar Quadratmeter verliert, und ob diese dem genannten Wert der Büros im Ex-Handelskammergebäude tatsächlich entsprechen, da sie sich in den unteren Stockwerken befinden würden.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen