Ex-Polizist hat 1.786.780 Euro Schadenersatz verlangt

Kein Mobbing: Rekurs abgewiesen

Donnerstag, 24. September 2015 | 12:00 Uhr

Bozen – Wegen Mobbings wollte ein Ex-Polizeibeamter vom Innenministerium 1.786.780 Euro Schadensersatz einklagen. Das Bozner Verwaltungsgericht hat seinen Rekurs nun aber abgewiesen. Der Grund: Ein Plan, der auf systematische Verfolgung und Unterdrückung hinweise, sei nicht bewiesen, heißt es laut einem Bericht des Tagblatts Dolomiten.

Der ehemalige Beamte beschwerte sich, dass er zwischen den Jahren 2003 und 2009 von seinen Vorgesetzten herabgestuft, dann versetzt und schließlich vom Dienst suspendiert worden sei.

Das Verwaltungsgericht räumte ein, dass die einzelnen Episoden, die der Rekurssteller angeführte, zwar auf eine konfliktreiche Situation hinweisen würden. Eine Strategie hinter den Vorfällen lasse sich aber nicht eindeutig erkennen – und genau das sind laut Staatsrat und Kassationsgericht die Merkmale, an denen Mobbing durch Vorgesetzte festgemacht werden kann.

Der Polizeibeamte wurde vom Chefkoch in einem Südtiroler Ferienhotel für Polizisten ins Archiv und dann zum Telefondienst versetzt. Nach einem Einsatz sei er gerügt worden, weil er nicht vorab seine Vorgesetzten informiert habe, während seine Kollegen gelobt worden seien.

Außerdem sei ihm ein Übergriff auf einen Vorgesetzten angelastet worden, obwohl er derjenige gewesen sei, der geholfen habe. Anschließend wurde er zur Bahnpolizei versetzt.

Inzwischen sei er aufgrund des psychischen Drucks erkrankt, wobei er sich auch einer schweren Operation unterzogen habe. Intern sei seine Erkrankung jedoch angezweifelt worden und schließlich habe man ihn auch aus einem internen Wettbewerb ausgeschlossen.

Der Ex-Polizist muss für die Prozesskosten aufkommen. Insgesamt handelt es sich um 2.000 Euro.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen