Zwei Carabinieri im Fokus der Justiz

Kein Telefonat? – Verdacht auf Falschbeurkundung

Mittwoch, 16. September 2015 | 12:00 Uhr

Bozen ­– Zwei Carabinieribeamten werden der Falschbeurkundung verdächtigt. Laut dem Tagblatt Dolomiten sollen sie in ihrem Bericht ein Telefonat erwähnt haben, das es laut Anklage nie gegeben habe.

Der Fall hat sich im Sommer 2013 abgespielt. Damals war der Kläger Untermieter in einem Residence bei Bozen. Laut Rechtsanwalt Alessandro Tonon, der die Carabinieri vertritt, seien sie vom Vermieter informiert worden, dass er das Türschloss austauschen werde, das der Kläger eigenmächtig wechseln gelassen habe. Dieser sei auch im Mietrückstand.

Die Carabinieri, die mit dem Schlosser vor der besagten Tür standen, informierten laut ihrem Einsatzbericht den Mieter per Telefon, über den bevorstehenden Schlosswechsel. Dieser habe ihnen gesagt, dass es ihm egal sei, was sie machten.

Doch der Ex-Mieter und heutige Kläger beanstandet, dass es dieses Telefonat nie gegeben habe. Die Beamten hätten Falschangaben gemacht.

Staatsanwältin Donatella Marchesini ließ daraufhin die Diensthandys der beiden Beamten überprüfen. Und tatsächlich: Der Anruf schien da nicht auf. Selbst die Carabinieri erinnern sich nicht mehr, ob sie diese Telefone oder andere benutzt haben.

Der Vermieter und der Schlosser können den Anruf aber bezeugen. Laut den „Dolomiten“ wurde die Vorverhandlung gestern auf den 27. Oktober vertagt. Die Beamten überlegen, sich auf ein verkürztes Verfahren einzulassen.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen