Die Südtiroler Krebshilfe klärt auf

Kennen Sie Ihre Lymphknoten?

Montag, 14. September 2015 | 13:19 Uhr

Bozen – Die Lymphknoten beziehungsweise das Lymphsystem befinden sich in unserem ganzen Körper, wir wissen aber meist nicht viel über sie. Anlässlich des Weltlymphomtages am 15. September klärt die Südtiroler Krebshilfe auf.

Sicher, wir haben hin und wieder etwas über Lymphknoten gehört, aber recht viel wissen wir meist nicht darüber. Dabei zieht sich das Lymphsystem quer durch unseren gesamten Körper: Es gliedert sich in 500 bis 600 Lymphknoten, die sich unter anderem im Knochenmark, in der Milz oder in der oberhalb des Herzens gelegenen Thymusdrüse befinden. Das Lymphgefäßsystem durchzieht hingegen eng zu den benachbarten Blutgefäßen unseren Körper. Es transportiert die Lymphe, eine klare Gewebsflüssigkeit, und ist Teil unseres Immunsystems. Die Zellen des lymphatischen Systems (Lymphozyten) gehören zu den weißen Blutkörperchen und sind wichtig, um die körperfremden Partikel oder erkrankten Zellen zu erkennen und durch den Abtransport über das Lymphsystem zu beseitigen.

Wir bemerken die Lymphknoten vor allem, wenn sie aufgrund einer Abwehr- oder Entzündungsreaktion geschwollen sind – beispielsweise bei Infektionen im Rachen, bei denen die Lymphknoten, etwa hinter den Ohren, sich vergrößern. Diese gutartigen Lymphome bilden sich zurück, wenn die Entzündung vom Immunsystem erfolgreich bekämpft worden ist. Bösartige (maligne) Lymphome – auch als „Lymphdrüsenkrebs“ bezeichnet – entwickeln sich hingegen, wenn Zellen des lymphatischen Systems entarten. Man kann diese Lymphome in zwei Gruppen einteilen: die Hodgkin-Lymphome und die häufigeren Non-Hodgkin-Lymphone (NHL); wobei beide Gruppen sich wiederum in viele verschiedene Krankheitsformen unterteilen.

Wann aber besteht bei vergrößerten oder angeschwollenen Lymphknoten der Verdacht auf eine Krebserkrankung? Oft treten bei einer Erkrankung keine spezifischen Symptome auf und ein malignes Lymphon wird eher zufällig entdeckt. Das häufigste Symptom ist eine schmerzlose, andauernde oder stetig wachsende Lymphknotenschwellung, meist im Hals-, Achsel- oder Leistenbereich – wobei nicht jede Vergrößerung automatisch auf eine Krebserkrankung hinweist, häufig steckt einfach eine Infektion dahinter. Erst wenn andere Nebenerscheinungen wie Nachtschweiß, unregelmäßiges Fieber, Müdigkeit oder Gewichtsverlust, Atemnot oder Husten auftreten, deutet dies auf ein bösartiges Lymphom hin. Abgeklärt wird dies dann durch nähere Untersuchungen wie der Überprüfung des Blutbildes oder einer Biopsie. Die Behandlung ist dann spezifisch abgestimmt und hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Auf alle Fälle: Bemerken Sie Veränderungen an den Lymphknoten, vorsichtshalber lieber zum Arzt!

Von: ©mk

Bezirk: Bozen