30-Jähriger weiter hinter Gittern

Killer-Fall: Frau erlebte immer wieder Gewalt

Freitag, 24. Juni 2016 | 09:38 Uhr

Bozen – Jener 30-jährige Marokkaner, der einen Killer angeheuert haben soll, um seine Frau loszuwerden, war auch in den eigenen vier Wänden gewalttätig. Dies berichtete zumindest die Ehefrau am Donnerstag im Rahmen des Beweissicherungsverfahrens vor Richter Walter Pelino.

Medienberichten zufolge erzählte die Frau eine wahre Horror-Geschichte. Ihr Mann habe sie jahrelang körperlich und seelisch misshandelt – auch als sie schwanger war. Der Mann ist derzeit in Haft. Ihm werden häusliche Gewalt und Hehlerei mit einem gestohlenen Motorrad vorgeworfen. Ob er für das mutmaßliche Engagement eines gedungenen Mörders zur Verantwortung gezogen werden kann, ist derzeit noch unklar.

Die Frau wurde auf Antrag ihres Rechtsanwaltes Alessandro Tonon angehört. Immer wieder sei es zu Übergriffen gekommen. Zu Jahresanfang sei ihr Mann etwa mit einem Messer, an dem Blutspuren zu sehen gewesen seien, heimgekehrt. Ein Kollege sei bei ihm gewesen, der bei ihnen übernachten sollte. Als sie dagegen Einspruch erhob, habe ihr Mann sie brutal verprügelt, obwohl sie schwanger gewesen sei. Sogar gegen ihre Mutter habe er die Hand erhoben, erklärte die Frau.

Zur mutmaßlichen Anheuerung eines Killers, der sie und ihre Brüder töten sollte, wurde sie nicht befragt, da sie davon auch nur aus dritter Hand erfahren hatte – nämlich vom „Killer“ selbst.

Wie berichtet, ist dieser Mann ein guter Freund ihrer Brüder. Dies wusste der Ehemann allerdings nicht. Statt seinen „Job“ als „Auftragskiller“ zu erledigen, für den der Marokkaner ihm sogar eine Anzahlung überwiesen haben soll, erstattete er Anzeige bei den Carabinieri.

Offenbar hofft die Frau, dass ihr Mann im Gefängnis bleibt. Sollte er dennoch in den kommenden Wochen freigelassen werden, ist es gut möglich, dass er Italien verlässt – auch aus Angst vor der Rache der Brüder seiner Ehefrau.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen