Pöder: „Flügellahm und trotzdem teuer“

Kritik an Flughafen ebbt nicht ab

Donnerstag, 30. April 2015 | 11:47 Uhr

Bozen – Auch wenn in wenigen Wochen die Bozen-Rom-Flüge vom Bozner Flugplatz gestrichen werden, so wird der Flughafenbetrieb auch ohne Linienflüge 400.000 Euro Betriebskosten im Monat verschlingen. Darauf verweist der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder.

Bereits 2013 hatte die Landesregierung auf eine Anfrage des Abgeordneten hin bestätigt, dass der Flughafenbetrieb monatlich durchschnittlich 400.000 kostet – auch ohne Linienbetrieb. Personalkosten, Kosten für Sicherheit, Zivilschutz und Instandhaltung müssten auch ohne Linienbetrieb bezahlt werden, so Pöder.
 
„Die monatlichen Betriebskosten des fast still stehenden Bozner Flugplatzes betragen 400.000 Euro und sind somit in etwa gleich hoch wie die von den Südtirolern Eltern im Monat zu bezahlenden Kindergartengebühren. Aufgrund eines Dienstvertrages mit der landeseigenen Flughafengesellschaft ABD muss das Land diese Summe Großteils finanzieren", erklärt Pöder weiter.
 
Er hält es für absolut inakzeptabel, dass für einen brachliegenden Flughafenbetrieb im Jahr fast fünf Millionen Euro Betriebskosten zu bezahlen sind. „Das ist viel Geld für nichts!“, kritisiert der Abgeordnete der BürgerUnion.
 
Insgesamt hätten die Südtiroler Steuerzahler bislang über 100 Millionen Euro für den Flughafen Bozen auf den Tisch gelegt.

Projekt Bozen: „Groß und unerträglich, klein und unrentabel“

Auch Rudi Benedikter und Martin Fink von Projekt Bozen sparen nicht mit Kritik am Flughafen. „Landeshauptmann Arno Kompatscher kündigt einen Masterplan für den Flugplatz Bozen an: Kostenpunkt dieses Masterplans: 160.000 Euro. Das ist wieder mal rausgeworfenes Geld! Das wir uns sparen könnten“, erklärt Projekt Bozen in einer Aussendung.

„Seit 2007 gibt es den TU Wien – Masterplan 2007 von Univ. Prof. Dr. Michael Schöpf mit dem Fazit: Ein Ausbau des Flugplatzes ist volkswirtschaftlich unnötig und ökologisch belastend. Es braucht also keinen weiteren „Masterplan“, um festzustellen, dass der Flugplatz volkswirtschaftlich unnötig ist, ein Ausbau des Flugbetriebs für Unterland-Überetsch und Bozner Talkessel ökologisch belastend wär und die Südtiroler Bevölkerung den Flugplatz nicht mag“, so Benedikter und Fink.

Das habe Bevölkerung in der Volksabstimmung am 25. Oktober 2009 mit 90 Prozent Ablehnung bei 38,2 Prozent Wahlbeteiligung zum Ausdruck gebracht.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen