Kritik vom Heimatbund

LED-Ring am Siegesdenkmal bereits durchgebrannt?

Donnerstag, 03. September 2015 | 15:37 Uhr

Bozen – Das Kellermuseum unter dem sogenannten Siegesdenkmal ist seit 21. Juli des vergangenen Jahres geöffnet. Wegen der Kritik, dass mit dem Museum im Keller das Denkmal weiterhin sein nationalistisch-faschistisches Gift versprühen könne, wurde an einer der Säulen ein Leuchtschriftring angebracht. Trotzdem findet Roland Lang vom Südtiroler Heimatbund etwas eigenartig. Bereits nach einem Jahr müsse der Ring nun seit Tagen abgeschaltet, verhüllt und gewartet werden, schreibt Lang in einer Aussendung..

„Wären da nicht einige weiße Tücher bei einer der Säulen, die davon künden, dass dieses Faschistenrelikt von Staat, Provinz und Gemeinde historisiert wurde, könnte man sich in die Zeit des Duce zurückversetzt glauben. Alles wie in den zwanziger Jahren, die beleidigende Aufschrift und ganz oben die Siegesgöttin, die ihre Pfeile gegen Österreich abschießt. Angesichts der Tatsache, dass ohne dieses Leuchtringes das Denkmal von der Straße aus genauso wie vor der Historisierung dasteht, stellt sich die Frage, ob mit dem Dokumentationszentrum nicht nur die Rettung des Lügentempels beabsichtigt bzw. gelungen ist“, erklärt Lang.
Die Stadtredaktion einer Südtiroler Zeitung erklärte in einem Bericht am 2. September, nach der Wartung der Leuchtschrift und der neuerlichen Inbetriebnahme würden „mehr Informationen über das Dokumentationszentrum im Keller und das Gebäude“ zur Verfügung stehen.

Diesem frommen Wunsch stehe aber der nüchterne Text der Aussendung der Gemeinde Bozen gegenüber, meint Lang. Dort heiße es: „Die runde Installation mit der LED-Anzeige, die um eine der Liktorensäulen an der Ostfassade des Siegesdenkmals angebracht ist, wird zurzeit gewartet und ist somit außer Betrieb. In den nächsten Tagen wird der Eingriff abgeschlossen sein und die Leuchtschrift wieder funktionieren.“

„Es bleibt nun abzuwarten, wie viele Tage, Wochen oder Monate die Wartung der Leuchtschrift in Anspruch nehmen wird. In Bahnhöfen ist der Schaden an solchen Geräten meist innerhalb von Stunden behoben. Selbstverständlich stecken dort auch keine politischen Absichten dahinter“, bemängelt Lang abschließend.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen