Mandatare müssen tiefer ins Portemonnaie greifen

Leere Kasse: SVP erhöht Parteiabgaben

Dienstag, 15. September 2015 | 12:00 Uhr

Bozen – Weil es in der Kasse nicht rosig aussieht, erhöht die SVP die Parteiabgaben ihrer Mandatare. Zwölf statt wie bisher zehn Prozent sollen die Landtagsabgeordneten sowie die Parlamentarier in Rom und Brüssel künftig in der Brennerstraße abliefern.

Zudem haben vier Mandatare keine Bürgschaft übernommen. Jeweils 63.000 Euro als Bürgschaften wurden im vorigen Jahr auf die 24 Mitglieder der Parteileitung verteilt.

Vier Mandatare haben dieser Regelung nicht zugestimmt: Sepp Noggler, Albert Wurzer, Waltraud Deeg und Veronika Stirner.

Nun soll mit ihnen ein weiteres Mal gesprochen werden, kündigt Obmann Philipp Achammer an. Es sei nicht zu akzeptieren, dass diese Positionen offen bleiben.

Gestern hat Herbert Dorfmann die Bilanz und das Fortschreiten des Sanierungskurses präsentiert: Zwar können laut dem Tagblatt Dolomiten alle Raten für laufende Darlehen dank hartem Personalabbau bedient werden, doch der Wahlkampfkostenausgleich aus Rom von 500.000 Euro ist mit 140.000 Euro viel dürftiger als erwartet.

Zudem wurde mit der Gemeindewahl im Mai die Zahl der Gemeindereferenten sowie das Salär der Bezirkspräsidenten reduziert. Das sind 100.000 Euro weniger an Solidaritätsabgaben an die Partei. Weil dieses Loch gestopft werden muss, wurden erneut die SVP-Abgeordneten im Landtag, in Rom und Brüssel zur Kasse gebeten. Laut gestrigem Beschluss steigen ihre Parteiabgaben von zehn auf zwölf Prozent. Das sind rund 600 Euro pro Jahr, die sie jeweils mehr an die Partei überweisen müssen.

Wegen der Bürgschaften rumort es aber in der SVP: 2014 wurden 1,2 Millionen Euro als Bürgschaften von je 63.000 Euro auf 24 Mitglieder der SVP-Leitung umverteilt. Bis auf Waltraud Deeg, Albert Wurzer, Veronika Stirner und Sepp Noggler stimmten alle zu. Im Juli beschloss die SVP, diesen Mandataren eine Alternative zu bieten: Wer keine Bürgschaft übernimmt, soll 3.200 Euro jährlich an die Partei berappen. Getan hat dies noch keiner, schreiben die „Dolomiten“.

Laut Obmann Achammer fragen sie viele in der Partei, „warum ich schon und sie nicht.“ Deshalb will er sich die vier noch einmal zur Brust nehmen. Sollte eine Einigung nicht möglich sein, müsse „die Partei handeln“. Was darunter zu verstehen sei, lässt er offen.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen