Finanzpolizei zeigt Südtiroler an - 25 Mio. Euro Steuern hinterzogen

Lukrativer Holzhandel: Staat blieb außen vor

Dienstag, 22. September 2015 | 22:15 Uhr

Brixen/Bozen – Die Finanzpolizei hat den Holzhandel in Südtirol unter die Lupe genommen und festgestellt, dass Steuern in Höhe von 25 Millionen Euro hinterzogen wurden.

Die Operation unter dem Decknamen „Gold Tree“ wurde in den vergangenen Tagen erfolgreich abgeschlossen. Zwei Personen wurden bei der Staatsanwaltschaft gemeldet.

Die Ermittlungen der Finanzpolizei waren aufwendig, zahlten sich aber am Ende aus. Eine Reihe von Personen und Firmen wurden ausfindig gemacht, die in Österreich Holz angekauft und in Südtirol sowie Italien verkauft hatten.

Dabei wurde der Ankauf in den Büchern nicht erwähnt und so konnten die Betriebe laut der Finanzpolizei das Holz hierzulande für über sieben Jahre praktisch „schwarz“ verkaufen.

25 Millionen Euro wurden dem Fiskus als Bemessungsgrundlage auf diese Weise vorenthalten. Konkret entgangen sind der öffentlichen Hand knapp fünf Millionen Euro.

Die Überprüfung von Bankdaten und die Überwachung des Territoriums führten die Exekutivbeamten schließlich zu einem Südtiroler. Bei ihm liefen die Fäden mehrere Firmen zusammen.

Laut der Finanzpolizei soll er den Firmensitz nach Bozen verlegt haben, weil er glaubte, dadurch weniger aufzufallen. Doch weil die Beamten über die Käufer der Ware das wahre Handelsvolumen rekonstruieren konnten, flog die Sache schließlich auf.

Unterdessen wurde ein weiterer Firmenteilhaber ermittelt, der seinen Wohnsitz nur zum Schein ins Fürstetum Monaco verlegt hatte, um dem italienischen Fiskus zu entgehen. Er soll Einnahmen in Höhe von 400.000 Euro nicht versteuert haben.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen