Land genehmigt 7,6 Hektar für 30 Chalets und 280 Stellplätze

“Luxuscampingplatz” am Kronplatz

Freitag, 24. April 2015 | 13:24 Uhr

Bozen/Kronplatz – Am Kronplatz soll auf einer Fläche von 7,62 Hektar ein neuer Campingplatz errichtet werden. Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas forderte in einer Landtagsanfrage Auskunft über den geplanten „Luxuscampingplatz“, wie er ihn nennt.

Blaas wollte wissen, aus welchen Gründen die negativen Gutachten des Amtes für Gewässerschutz und des Amtes für Landschaftsökologie nicht berücksichtigt wurden.

Landesrat Richard Theiner verweist in seiner Antwort darauf, dass die beiden Gutachten sehr wohl berücksichtig worden seien. Zu den Aufgaben der Landesregierung gehöre es aber auch, möglichst alle Aspekte rund um ein Vorhaben abzuwägen. Das Vorhaben wurde deshalb mit punktuellen Abweichungen vom Gutachten genehmigt.

Weiters erkundigte sich Blaas über die – sowohl ober, als auch unterirdische – Obergrenze für die Baukubatur. Theiner antwortet, dass für 30 Chalets samt Zusatzeinrichtungen und für 280 Stellplätze eine Fläche von 7,62 Hektar mit einer höchstzulässigen oberirdischen Kubatur von 39.000 Kubikmeter genehmigt wurde.

Beantragt war ursprünglich eine Fläche von rund zwölf Hektar mit einer höchstzulässigen oberirdischen Kubatur von 50.000 Kubikmeter. Auch ein Hotel mit 70 Betten sowie ein Sommerzeltplatz standen auf der Wunschliste. Die Realisierung des Hotels wurde wie der Sommerstellplatz auf der Skipiste nicht genehmigt.

Ebenso wollte der Freiheitliche Abgeordnete wissen, mit welchen Auswirkungen für die Natur- und Kulturlandschaft durch diesen Eingriff zu rechnen sei.

Richard Theiner zählt in seiner Antwort folgende Auswirkungen auf: Zersiedelung, Errichtung von Entsorgungs- und Versorgungseinrichtungen, Einsehbarkeit sowie beträchtliche Geländeeingriffe. Landesrat Theiner ergänzt jedoch, dass die von der Landesregierung genehmigte Bauleitplanänderung einige dieser Auswirkungen vermindere. "Ungereimtheiten und Widersprüchlichkeiten“, die Blaas zunächst geortet hatte, gebe es keine.

Auf die Befürchtung von Walter Blaas, dass durch die Genehmigung ein Präzedenzfall geschaffen worden sei, antwortet Theiner, dass dies nicht der Fall sei. Die Landesregierung habe lediglich ihre politische Verantwortung wahrgenommen.

Von: ©lu

Bezirk: Pustertal