Unterschriften an EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann übergeben

lvh übergibt Unterschriften gegen TTIP

Freitag, 12. Juni 2015 | 12:26 Uhr

Bozen – Kritisch sieht der Wirtschaftsverband für Handwerk und Dienstleister die fehlenden Informationen und Einsichten rund um das geplante Freihandelsabkommen, das noch innerhalb 2015 zwischen den USA und der Europäischen Union abgeschlossen werden soll. lvh-Direktor Thomas Pardeller übergab dazu die im Rahmen einer Aktion gesammelten Unterschriften an EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann. „Es geht uns vor allem um Transparenz und Demokratie“, erklärte Pardeller.

Durch das zurzeit im Europaparlament diskutierte Transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP) sollen zahlreiche Handelshürden zwischen Europa und den USA fallen, das Wirtschaftswachstum in den Teilnehmerstaaten belebt, die Arbeitslosigkeit gesenkt und das Durchschnittseinkommen der Arbeitnehmer erhöht werden. Nur dringt immer noch sehr wenig bis gar nichts der Diskussion an die Öffentlichkeit.

„Fortschritt und Einwicklung ja, aber kein blindes Vertrauen ohne demokratische Kontrolle und Transparenz“, betonte Thomas Pardeller, Direktor des lvh-Wirtschaftsverbandes Handwerk und Dienstleister bereits während der Landesversammlung des Südtiroler Handwerks Anfang April. „Handelsabkommen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Wirtschaftens, nur sollen sie nicht nur dem Profit einiger weniger Riesenkonzerne dienen, sondern zum breiten Wohlstand beitragen und unsere Konsumenten schützen“, unterstreicht lvh-Direktor Pardeller, der Europarlamentarier Herbert Dorfmann symbolisch die Unterschriften der Aktion für mehr Transparenz und Demokratie beim TTIP überreichte. „Über 100 unserer Spitzenfunktionäre fordern hiermit, dass es keine einseitige Lockerung der Spielregeln und Herabsetzung der Standards geben wird, die lokale Kreisläufe von Wirtschaft und Finanzwesen zu Gunsten weniger, anonymer Globalplayer schädigen“, betonte Pardeller.

Zu den kritischen Punkten des TTIP zählen neben dem Investitionsschutz, der eine unverhältnismäßige Bevorteilung ausländischer und großer Konzerne zur Folge hätte, auch die Absenkung der Standards, was z.B. den Bereich der Ausbildung schaden könnte. Zu überdenken ist auch die regulatorische Kooperation, die ermöglicht, dass Gesetzesvorhaben eng mit Lobbygruppen abgestimmt werden, ohne dass nationale Parlamente rechtzeitig einbezogen werden, um so eventuelle Schiedsklagen zu vermieden.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen