Ermittlung gegen Ex-Geschäftsführer und Schönheitsmedizinerin

Meran: Betrugsverdacht im Luxushotel

Donnerstag, 23. April 2015 | 08:57 Uhr

Meran/Bozen – Die Bozner Staatsanwaltschaft ermittelt laut Medienberichten aufgrund mutmaßlicher Schwarzgeldzahlungen im Meraner Luxushotel Palace gegen Ex-Geschäftsführer Massimiliano Sturaro und Schönheitsmedizinerin Carmen Salvatore. Eigentümer Pietro Tosolini hatte im Oktober eine Eingabe wegen Betrugs eingereicht.

Auch die Staatsanwaltschaft von Bologna hat Ermittlungen in der komplexen Angelegenheit aufgenommen. Die Schönheitsmedizinerin musste dort bei der Finanzbehörde vorstellig werden, weil sie laut Vorwurf einen Teil ihrer Einkünfte nicht angegeben hat. Salvatore zahlte 1,2 Millionen Euro an Steuern und Strafe, wobei sie erklärte, die Gelder würden ihrer Tätigkeit im Palace Hotel stammen.

Nach der Eingabe von Tosolini wurden Salvatore und Sturaro von der Bozner Staatsanwaltschaft angehört, wobei auch Dokumente hinterlegten, die Schwarzgeldzahlungen im Hotel belegen sollen.

Sturaro soll zwar eingeräumt haben, dass diese Gelder durch seine Hände gegangen seien. Gleichzeitig betonte er, dass er dies im Auftrag von Henry Chenot und seiner Frau Dominique, die dem Wellnessbereich vorsteht, getan habe. Das Geld habe er dann an Chenot weitergegeben. Sturaro selbst habe laut seiner Aussage keinen Cent für sich behalten.

Konkret besteht der Verdacht, dass nur ein Teil der Summe, die Gäste bezahlten, offiziell verbucht worden und die Differenz am Fiskus vorbei kassiert worden sei. Derzeit stehen die Ermittler erst am Beginn der Erhebungen, es gilt die Unschuldsvermutung.

Staatsanwalt Markus Mayr hat nun die Überprüfung mehrerer Bankkonten angeordnet. Zudem sollen weitere Personen angehört werden, die in das mutmaßliche Schwarzgeldsystem möglicherweise Einblick hatten.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen, Burggrafenamt