Banken und Leasinggesellschaften hinters Licht geführt

Millionenbetrug: Unternehmer zu acht Jahren Haft verurteilt

Mittwoch, 01. April 2015 | 08:48 Uhr

Bozen – Der aus Kalabrien stammende 56-jährige Unternehmer, Francesco Torcaso, wurde gestern am Bozner Landesgericht wegen Bandenbildung, Betrugs und betrügerischen Bankrotts zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Laut den Vorhaltungen soll der in Bozen wohnhafte Mann drei Banken und sieben Leasingfirmen um über fünf Millionen Euro geprellt haben.

Die Finanzpolizei wurde im Jahr 2011 auf Torcaso und zwei weitere Bozner, die bereits einem gerichtlichen Vergleich zugestimmt haben, aufmerksam. Insgesamt wurden 15 Personen angezeigt.

Sie sollen sechs Jahre zuvor mit zwei Baufirmen von den Banken und Leasinggesellschaften Kapital und Maschinen erhalten haben, doch nur weil sie laut Anklage vortäuschten, wichtige Werkverträge mit dem Land in der Hand zu halten.

Als das Geld und die Maschinen spurlos verschwunden waren, stellte sich im Rahmen der Ermittlungen heraus, dass die vorgezeigten Verträge gefälscht waren. Auch die Firmen waren offenbar nur zum Schein eingerichtet worden. Die vorgelegten Bilanzen entpuppten sich nämlich ebenfalls als gefälscht, berichtet die Tageszeitung Alto Adige.

Geschädigt wurden laut Staatsanwaltschaft die Banken Unicredit, die Banca Popolare di Sondrio und die Banca Nazionale del Lavoro (BNL).

Torcaso, der nun verurteilt wurde, gilt als Drahtzieher des groß angelegten Betrugs. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das bedeutet, dass der 56-Jährige noch in Berufung gehen kann.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen