SHB: "Vorkommnisse erinnern an Faschismus"

Morddrohung wegen Tracht

Montag, 01. Juni 2015 | 10:58 Uhr

Bozen – Der Südtiroler Heimatbund verurteilt die Anfeindungen und Anpöbelungen, der sich am Wochenende zwei Kalterer aussetzen mussten, bloß weil sie in Tracht bzw. Lederhosen am Altmauerfest in Auer teilgenommen haben.

„Eine Schlägerei konnte wohl nur deshalb verhindert werden, weil die Unbekannten, die ein gebrochenes Italienisch sprachen, am Ende in der Minderheit waren“, so Obmann Roland Lang.

Wie stol.it berichtet, wurden die beiden Südtiroler angeblich von einem Trio mit ausländischen Wurzeln angepöbelt – weil sie in Lederhosen unterwegs waren. Es kam zu einem hitzigen Wortgefecht und dann wurden laut Augenzeugen wüste Beleidigungen ausgestoßen.

Dieser Vorfall erinnere an die Zeit des Faschismus, wo Südtiroler nur wegen des Tragens von weißen Socken verprügelt wurden. „Allerdings hätten aber auch die Jugendlichen die Anfeindungen, die bis zu einer Morddrohung auf dem Weg zum Altmauerfest, sofort zur Anzeige bringen sollen“, so Lang.

Nach den Vorfällen im Passeiertal mit wahrscheinlich neonazistischem Hintergrund, der Gewaltanwendung der faschistischen Casapound in Bozen müsse dieser Vorfall in Auer endlich der Letzte sein. „Es kann nicht oft genug betont werden, dass solche Gewaltakte angezeigt und dann die Schuldigen bestraft werden müssen. Egal, unter welcher politischen Ideologie oder Religion sich die Täter verkriechen“, erklärt der Heimatbund.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen, Überetsch/Unterland