Anklage verweist auf Ermittlungen von 2003

Motiv-Suche in der Vergangenheit

Mittwoch, 13. Juli 2016 | 12:00 Uhr

Bozen – Das Motiv für die Bluttat am Abend des 21. März 2015, bei dem Alessandro Heuschreck 18 Messerstichen und Schnittwunden zugefügt wurden, könnte in der Vergangenheit liegen. Dies versuchte zumindest Staatsanwältin Daniela Pol bei der Verhandlung am Mittwoch anhand mehrerer Zeugenaussagen zu untermauern, berichtet das Tagblatt Dolomiten. Bekanntlich ist Heuschreck verblutet.
 
Bekanntlich wirft die Staatsanwaltschaft der 34-jährigen Lebensgefährtin Ester Quici Mord vor. In deren Leben scheint es offenbar dunkle Flecken zu geben. Staatsanwältin Daniela Pol ist überzeugt, dass sie hier auch ein Motiv findet.

Vor 13 Jahren ermittelte die Polizei gegen Quicis Bruder Maurizio, der im Rahmen eines gerichtlichen Vergleichs zu vier Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt wurde. Gegen die 34-Jährige war damals nicht offiziell ermittelt worden.

Die Verteidiger Beniamino Migliucci und Enrico Lofoco erhoben zwar Einspruch dagegen, dass der alte Fall im Zuge des laufenden Verfahrens neu aufgerollt wird. Allerdings erlaubte Richter Carlo Busato Fragen der Staatsanwältin, die sich auf die Rolle von Ester Quici im damaligen Fall beschränken.

Ebenfalls in den Zeugenstand gerufen wurde Quicis Vater Michele, der jedoch von seinem Recht, die Aussage zu verweigern, Gebrauch machte. Dieses Recht steht jedem zu, der mit einem Angeklagten verwandt ist. Verweigert hat die Aussage auch Samuele Moggio, der nach wie vor der Ehemann der Angeklagten ist.

Die Staatsanwältin wies auch darauf hin, wie sich Ester Quici im Mai 2014 verhalten hatte, als Heuschreck versucht hatte, sich in seiner damaligen Wohnung in der Bozner Rosministraße das Leben zu nehmen. Quici selbst hatte damals den Notruf abgesetzt, da sie ihren Partner nicht erreicht hatte.

Der Mordprozess wird nach der Sommerpause am 5. September fortgesetzt.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen, Burggrafenamt