Beschluss der Landesregierung ausgesetzt

Murmeltiere: Gericht verordnet Jagdstopp

Mittwoch, 16. September 2015 | 16:23 Uhr

Bozen – Das Bozner Verwaltungsgericht hat einen Beschluss der Landesregierung vom 8. September gekippt, womit es Jägern ermöglicht worden war, fast 1.000 Murmeltiere nach eigenem Ermessen zu erschießen. Wie stol.it berichtet, wurde der Beschluss deshalb gefasst, weil die Tiere Kabel durchgekaut und auch sonst die Sicherheit auf Schutzhütten und in Ställen gefährdet hätten.

Die Liga gegen Tierversuche LAV kritisierte, dass das Land diesen Beschluss verabschiedet habe, ohne weitere Informationen einzuholen und ohne zu überprüfen, ob es Alternativen gebe, wie etwa eine Umsiedlung der Tiere.

Nun hat das Verwaltungsgericht dem Beschluss von Landesrat Arnold Schuler aufgehoben. Dennoch hatten die Jäger einige Tage Zeit, Murmeltiere zu schießen. Auch die Tierschützer sind sich sicher, dass einige Exemplare getötet worden sind.

„Dieser letzte Beschluss zeigt, wie sehr die Landesregierung den Südtiroler Jägern hörig ist, anstatt sich an nationale und europäische Richtlinien in Sachen Tierschutz zu halten. Wir sind sehr erfreut, dass das Verwaltungsgericht die Murmeltiere davor bewahrt hat, Flintenfutter zu werden“, erklärt LAV-Verantwortliche Massimo Vitturi gegenüber stol.it.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen