19-jähriger Mohamed Diatta soll Flüchtlingsboot befehligt haben

Mutmaßlicher Schlepper in Bozen verhaftet

Dienstag, 21. April 2015 | 13:52 Uhr

Bozen – Beamte der Bozner Staatspolizei haben am Montag in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen aus Trapani und Reggio Calabria Mohamed Diatta (19) aus dem Senegal festgenommen. Diatta soll sich zusammen mit einem anderen Bürger aus dem Senegal und weiteren Komplizen die mehrfache Förderung der illegalen Einwanderung zuschulden kommen haben lassen.

Die Ermittlungen beziehen sich auf den Schiffbruch eines Flüchtlingsbootes am 12. April rund 80 Seemeilen vor Libyen. Damals wurden rund 150 Migranten von der Marine gerettet und in Reggio Calabria an Land gebracht.

Den Ermittlungsergebnissen zufolge soll Diatta zusammen mit dem Senegalesen Da Mbao das Schiff abwechselnd gesteuert haben. Dieser wurde bereits am 17. April in Süditalien verhaftet.

Wie sich im weiteren Verlauf laut den Zeugenaussagen herausstellte, soll Diatta das Schiff nicht nur gesteuert, sondern auch als Kommandant befehligt haben.

Aus diesem Grund wurde die Bozner Quästur von ihren Kollegen aus Süditalien dazu angehalten, den mutmaßlichen Schlepper, der nach der Ankunft nach Südtirol gebracht wurde, ausfindig zu machen.

Mohamed Diatta wurde im Aufnahmezentrum in der Ex-Gorio-Kaserne in Bozen gefunden. Er war gerade dabei, die Formalitäten für das Ansuchen um politisches Asyl zu erledigen, als er von den Exekutivbeamten festgenommen wurde.

Bei ihm fanden die Behörden Unterlagen, die für die noch laufenden Ermittlungen zu weiteren Komplizen dienlich sein könnten.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen