Er wurde in Bozen verhaftet - Indizien wiegen schwer

Mutmaßlicher Schlepper will noch nie ein Boot gesehen haben

Samstag, 25. April 2015 | 09:00 Uhr

Bozen – Der vor einigen Tagen in Bozen verhaftete Mohamed Diatta bleibt vorerst im Gefängnis. Dem 19-Jährigen wird bekanntlich die Begünstigung der illegalen Einwanderung vorgeworfen.

Er soll am 12. April ein Flüchtlingsboot gesteuert haben, welches 80 Seemailen vor der libyschen Küste unterging.

Vor Gericht gab der 19-Jährige an, vor seiner Einschiffung nach Italien noch nie ein Boot gesehen zu haben.

Doch der Untersuchungsrichter hat dem Antrag von Staatsanwalt Andrea Sacchetti stattgegeben, den Senegalesen nicht auf freien Fuß zu setzen.

Medienberichten zufolge sollen die Indizien gegen den mutmaßlichen Schlepper schwer wiegen.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (23.4.2015)

Bericht des Tagblatts Dolomiten, ob der mutmaßliche Schlepper Mohamed Diatta im Gefängnis bleibt. Dem 18-Jährigen wird Begünstigung der illegalen Einwanderung vorgeworfen.

Der Senegalese war am Dienstag in Bozen festgenommen worden, nachdem er sich als Minderjähriger ausgegeben und in der Gorio-Kaserne Zuflucht gesucht hatte. Diatta soll einer der drei Männer sein, die das Schiff mit rund 500 Flüchtlingen an Bord steuerten, das am 12. April kenterte. Nur 150 Menschen hatten das Unglück überlebt.

Laut „Dolomiten“ hat Diatta gegenüber der Polizei bereits gestanden, dass er das Boot gesteuert hat. Allerdings betonte er, dass er selbst auch ein Flüchtling sei und sich nur bereit erklärt habe, das Ruder zu übernehmen, um weniger für die Überfahrt zu bezahlen.

Der 18-Jährige wurde von zwei Überlebenden des Unglücks bereits identifiziert. Staatsanwalt Andrea Sacchetti hat wegen Fluchtgefahr weiter Haft beantragt. Um den Fall wird sich um Anschluss die Antimafia-Staatsanwaltschaft von Palermo kümmern.

Von: ©mk/lu

Bezirk: Bozen