Straßenpolizei entdeckt illegalen Flüchtlingstransport mit 15 Syrern

Mutmaßlicher Schleuser auf A22 verhaftet

Montag, 29. Juni 2015 | 15:35 Uhr

Bozen – Der Wunsch vieler Flüchtlinge, in Richtung Norden zu gelangen, treibt sie oftmals in die Arme von Schleusern, die lediglich am Reibach interessiert sind.

Um diese illegalen Aktivitäten zu bekämpfen, ist die Straßenpolizei auch in Südtirol diesbezüglich besonders aufmerksam – mit Erfolg.

In der Nacht auf Montag konnten die Exekutivbeamten in Südtirol einen illegalen Flüchtlingstransport verhindern.

Verdächtiger Lieferwagen auf Raststätte entdeckt

Bei der Autobahnraststätte Eisack Ost südlich von Kollmann fiel den Ordnungshütern ein ziemlich verwahrloster weißer Lieferwagen der Marke Fiat Ducato auf. Die Scheiben waren mit weißer Farbe übertüncht, so, dass man nicht ins Innere spähen konnte.

Stimmen aus dem Fahrzeug

Die Beamten erblickten lediglich eine Person auf dem Beifahrersitz, vernahmen aber mehrere Stimmen aus dem hinteren Bereich des Fahrzeugs.

Sie entschieden sich vorerst zu einem Rückzug, um die Situation weiter zu beobachten. Wenig später kam auch der Fahrer des Fiat Ducato aus der Raststätte – zur Weiterfahrt in Richtung Norden bereit.

Straßenpolizei zieht die Schlinge zu

Allerdings machte ihm die Straßenpolizei einen Strich durch die Rechnung: Noch bevor das Fahrzeug den Raststättenbereich verlassen konnte, schlugen die Beamten samt herbeigerufener Verstärkung zu.

15 Syrer im Lieferwagen

Im Wageninneren stießen sie dabei auf 15 Flüchtlinge aus Syrien – darunter zwei Frauen und vier Minderjährige. Sie waren regelrecht zusammengepfercht untergebracht.

Mutmaßlicher Schleuser aus Tunesien verhaftet

Der Fahrer des Fiat Ducatos wurde ebenfalls gestellt. Es handelt sich dabei um den 43-jährigen Walid Zaafrani aus Tunesien. Gegen ihn hat die Quästur in Mailand schon im Jänner 2015 einen Ausweisungsbescheid ausgestellt.

Er rechtfertigte sein Handeln damit, dass er den Syrern lediglich helfen wollte. Die Spesen für die Fahrt nach Deutschland hätten sie mit ihrem Geld bezahlt.

Für den Tunesier klickten die Handschellen. Er wurde zudem wegen Begünstigung angezeigt. Auch wird ihm vorgeworfen, sich ohne Rechtfertigung auf italienischem Staatsgebiet aufgehalten zu haben und ohne Führerschein unterwegs gewesen zu sein.

Der Lieferwagen, der auf einen Syrer zugelassen ist, Handys sowie 125 Euro in bar wurden von der Straßenpolizei beschlagnahmt.

Migranten nach Bozen gebracht

Die Migranten aus Syrien wurden hingegen zur Identifizierungsprozedur auf die Bozner Quästur gefahren. Anschließend wurden sie in geeignete Einrichtungen untergebracht.

Mögliche Komplizen aufgespürt

Im Zuge des „Fangs“ gingen die Beamten der Straßenpolizei davon aus, dass womöglich Schleuserkomplizen noch auf dem Areal der Raststätte anwesend sind. Aus diesem Grund intensivierten sie die Kontrollen und machten tatsächlich zwei syrische Männer in einem Fiat Punt aus, die aus der gleichen Ortschaft in der Provinz Como stammen, wie der syrische Eigentümer des Lieferwagens. Obwohl die beiden Männer angaben, nichts über die Sache zu wissen, wurden sie ebenfalls zur weiteren Abklärung mit auf die Quästur genommen.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen