Leitlinien für neues Gesetz präsentiert

Neuer Wind in Baukommissionen

Mittwoch, 29. April 2015 | 12:13 Uhr

Bozen – In Südtirols Baukommissionen soll ein neuer Wind wehen. Statt für jedes Dorf zugeschneidert, soll ein von externen Technikern dominiertes Gremium für ganze Täler zuständig sein. Außerdem soll das Handwerk nicht mehr in die Gewerbezonen verbannt werden, sondern zurück in die Wohnzonen. Das Motto lautet: durchmischte Zonen, lebendige Dörfer.

Vier Monate haben Fachleute an den Leitlinien für ein neues Gesetz zu Raum und Landschaft gearbeitet. Gestern wurden sie der Landesregierung und später der SVP-Landtagsfraktion vorgestellt, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Laut Landesrat Richard Theiner soll das neue Raumordnungsgesetz – anders als bisher – klar und verständlich formuliert sein, „deutliche Grenzen für die Verbauung der noch verfügbaren Flächen aufzeigen“ und die Beratungsorgane aufwerten.

Das bedeutet, dass in Südtirols künftigen Baukommissionen die fachliche Qualifikation im Vordergrund stehen soll. Fünf von insgesamt acht Mitgliedern werden externe Fachleute sein. Ausgewählt werden sie von der Landesregierung aufgrund von Dreiervorschlägen zu jedem Bereich aus den Gemeinden. Dabei sollen die fünf Techniker für ein größeres Gebiet (z.B. Obervinschgau) oder Tal (z.B. Passeier) dieselben sein. Drei zusätzliche Vertreter kommen aus der jeweiligen Gemeinde – im Regelfall Bürgermeister, Referent und Opposition, heißt es im „Dolomiten“-Bericht weiter.

Durch fachliche Kompetenz und die damit erwartete Steigerung der Qualität der Bausubstanz, wird davon ausgegangen, dass man von der „Reglementierungswut“ bis ins kleinste Detail abgehen kann – was zu einem Bürokratieabbau führen soll.

Mit dem neuen Gesetz sollen laut Theiner die Kulturlandschaft erhalten und dennoch eine wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht werden. Dazu sollen Siedlungsgrenzen festgelegt werden. Innerhalb dieser Grenzen sollen Gemeinden viel Freiheit haben. Außerhalb davon geht die Natur vor. Nach dem Vorbild Schweiz soll die Baubesprechung, bei der Bauherr und Projektant ihr Vorhaben in der Baukommission vorstellen und auch die Anrainer dazugeladen sind, zur Pflicht werden. Einige Gemeinden praktizieren dies schon versuchsweise mit Erfolg. Zudem soll das Handwerk mit keiner oder geringer Umweltbelastung wieder in die Dorfzentren geholt werden, um lebendige Dörfer zu schaffen.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen