Grundlagenpapier vorgestellt

Neuordnung des Landesgesundheitsdienstes: Anliegen eingebracht

Freitag, 25. September 2015 | 18:46 Uhr

Bozen – Die Vertreter der Ärztekammer, der Südtiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin und der Fachgewerkschaften im Gesundheitsbereich sowie die Führungskräfte der Landesabteilung Gesundheit und des Sanitätsbetriebes haben am Freitag im Rahmen des angekündigten Beteiligungsprozesses mit LRin Martha Stocker über die Novellierung des Landesgesetzes 7/2001 diskutiert und ihre Anliegen eingebracht.

Die Neuordnung des Landesgesundheitsdienstes durch die Novellierung des Landesgesetzes 7/2001 ist ein wichtiger Teil des Konzeptes der "Gesundheitsversorgung 2020". Der Ablauf- und Zeitplan des Reformvorhabens sieht dabei einen umfassenden Beteiligungsprozess und eine Diskussion mit den Sozialpartnern, Interessensgruppen, Fachgewerkschaften und politischen Vertretungen vor, bevor der Gesetzestext verfasst und in der Landesregierung und im Landtag diskutiert wird. Am heutigen Freitagnachmittag hat Gesundheitslandesrätin Stocker die Vertreter der Ärztekammer, der Südtiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SÜGAM) und der Fachgewerkschaften im Gesundheitsbereich sowie die Führungskräfte der Landesabteilung Gesundheit und des Südtiroler Sanitätsbetriebes zu einer Diskussion über die Reorganisation des Landesgesundheitsdienstes getroffen.

Dabei stellte Landesrätin Stocker den Diskussionsteilnehmern das erarbeitete Grundlagenpapier im Detail vor und ging auf den gemeinsamen Auftrag, die Sicherstellung einer qualitativen, bedarfsorientierten und finanzierbaren medizinischen Versorgung in Südtirol ein. "Die immer älter werdende Gesellschaft und die Zunahme chronischer Erkrankungen, der medizinische Fortschritt, das gesamteuropäische Phänomen des Fachärztemangels, die geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen und die veränderten Erwartungen vonseiten der Bevölkerung sind die große Herausforderung, der wir uns jetzt stellen müssen, um eine gute und finanzierbare gesundheitliche Versorgung für die Zukunft zu sichern", so Stocker. Die Landesrätin brachte dabei auch einen Überblick der Bevölkerungsentwicklung in die Diskussion ein: 28 Prozent der Patienten mit chronischen Krankheiten benötigen derzeit 77 Prozent der finanziellen Ressourcen in der Gesundheitsversorgung und die Zahl der derzeit 100.000 über 65-jährigen wird auf 140.000 im Jahr 2030 steigen. "Die Stärkung der Gesundheitsversorgung vor Ort, die Sicherung der sieben Krankenhäuser, die Optimierung der betrieblichen Organisation und Prozesse sowie die Neuordnung der Führungs- und Verwaltungsstruktur sind die Leitlinien, die uns im Reformprozess Richtschnur sind", so Stocker.

In der anschließenden knapp zweistündigen Diskussion standen Landesrätin Stocker, Ressortdirektor Michael Mayr und der Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes Thomas Schael den anwesenden Vertretern aus den verschiedenen Bereichen der Gesundheit Rede und Antwort. "Die Diskussionsteilnehmer brachten heute ihre Vorschläge und Ideen ein und zeigten eine klare Bereitschaft, den Veränderungsprozess konstruktiv mitzutragen: Wir gemeinsam sind auf dem richtigen Weg", so Stocker. "Das Landesgesetz 7/2001 bildet das Fundament für das Haus der ‘Gesundheitsversorgung 2020’", unterstrich Ressortdirektor Mayr in der Diskussion. "Dabei gilt es klar zwischen den verschiedenen Aufgaben zu unterscheiden: die Politik gibt die Richtlinien für die Reform vor, die Landesabteilung Gesundheit zeichnet sich für die Budgetierung und das Controlling verantwortlich und die Betrieb ist für die konkrete Umsetzung zuständig", differenzierte Generaldirektor Schael.

Von: lpa

Bezirk: Bozen