Italienische Behörden verweigerten Rückübernahme

Nordtirol: 74 Flüchtlinge freigelassen

Samstag, 25. April 2015 | 08:37 Uhr

Brenner/Innsbruck – Die 74 Flüchtlinge, die am Donnerstag in Nordtirol in zwei aus Italien kommenden Reisezügen aufgegriffen worden waren, sind am Freitag freigelassen worden.

Die Behörden in Italien verweigerten die Rückübernahme, nachdem bei einigen der Verdacht auf eine Krankheit festgestellt worden war.

"Die italienischen Behörden lehnten die sogenannte formlose Rückübernahme ab, weil die medizinische Behandlung noch nicht abgeschlossen war", erklärte Polizeisprecher Stefan Eder der Apa.

Da eine "formelle Anbietung" zur Rückübernahme, die nun gemacht werde, auch einige Wochen dauern könne, wurden die großteils aus Eritrea stammenden Flüchtlinge schließlich freigelassen. Eine Freiheitsbeschränkung während dieses Prozederes sei rechtlich nicht möglich. Es handle sich schließlich nur um eine Verwaltungsübertretung, erklärte Eder.

Laut Polizei seien die illegal eingereisten Migranten mithilfe von Dolmetschern auch über die Möglichkeit belehrt worden, einen Asylantrag zu stellen. Dies ist aber angeblich von allen Flüchtlingen abgelehnt worden.

Wie ORF Tirol berichtet, reisten sie nach ihrer Freilassung mit dem Zug in Richtung Deutschland weiter. Die Polizei konnte dies jedoch nicht bestätigen.

Die Flüchtlinge, darunter auch Kinder, waren nach ihrem Aufgriff in der Turnhalle der Landespolizeidirektion untergebracht worden. Dort wurden sie von Mitarbeitern des Roten Kreuzes versorgt und betreut. Ursprünglich sollten die illegal Eingereisten noch am Freitag nach Italien zurückgeschoben werden.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (23.4.2015)

Während die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel auf einem Sondergipfel über Maßnahmen gegen die Flüchtlingsproblematik im Mittelmeer beraten, sind heute Nachmittag in Tirol 70 Flüchtlinge in zwei aus Italien kommenden Reisezügen aufgegriffen worden.

Medienberichten zufolge ist noch nicht bekannt, aus welchen Ländern die Flüchtlinge kommen.

Derzeit werden die illegalen Einwanderer in Steinach am Brenner sowie in Innsbruck versorgt – dann sollen sie nach Italien zurückgeschoben werden.

Von: ©apa/lu

Bezirk: Bozen