"An die vielen Brustkrebsopfer denken"

Oberhammer gegen sexistische Werbung

Freitag, 03. Juli 2015 | 17:03 Uhr

Bozen – Der Landesbeirat für Chancengleichheit kritisiert die sexistischen und frauenfeindlichen Werbeplakate eines Duschkabinenherstellers, die zurzeit an diversen Bushaltestellen sichtbar sind.

Zum wiederholten Mal werde ein nackter Frauenoberkörper ohne Produktbezug als Blickfang zu Werbezwecken eingesetzt. „Getoppt wird diese negative Art der Werbung nur noch durch den gut sichtbaren Slogan ‚Silikon-freie Duschkabine’“, bemängelt Präsidentin Ulrike Oberhammer

„Abgesehen davon, dass dieses Plakat frauenfeindlich und sexistisch ist, hat der Slogan einen bitteren Beigeschmack. Die Werbemacher haben dabei offensichtlich die hohe Anzahl der weltweit an Brustkrebs erkrankten Frauen vergessen, denen aufgrund ihrer Krankheit die gesamte Brust entfernt werden muss und bei denen im Zug der Therapie eine Brustrekonstruktion (Wiederaufbau der Brust) durchgeführt wurde“, heißt es weiter.

„Die Implantate werden häufig aus Silikon hergestellt und helfen den Frauen, falls gewünscht, ihr äußeres Erscheinungsbild zu behalten. Dies ist ein wichtiger psychologischer Aspekt und eine wichtige Stütze bei der Bewältigung der Krankheit. Die bekannte Schauspielerin Angelina Jolie hat mit der vorbeugenden Entfernung ihrer Brust und der Brustrekonstruktion weltweit auf dieses Thema aufmerksam gemacht“, so Oberhammer.

Auch in Südtirol erkrankten jährlich viele Frauen an Brustkrebs. „Eine derart unsensible Umgangsweise mit dieser schweren Krankheit ist ein Armutszeugnis für ein modernes und weltoffenes Unternehmen. Eigentlich sollte ein gutes Produkt für sich selbst sprechen und nicht auf frauenfeindliche Werbeplakate und –slogans zurückgreifen. Diese Kampagne ist eine Beleidigung und Entwürdigung für Frauen und besonders für Frauen mit Brustkrebs, die diese Krankheit überlebt haben“, so die Präsidentin des Beirates für Chancengleichheit, welche auch darauf hinweist, dass es kaum jemanden geben wird, der in seiner Familie, Freundes- oder Bekanntenkreis keinen Fall kennt, an welchem Frauen an Brustkrebs erkrankt oder sogar gestorben sind.

Für diese und für die direkt betroffenen Frauen dürfte dieses Werbeplakat die reinste Beleidigung sein, schließt Oberhammer.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen