Wirte fordern nach Worten jetzt Taten

Obstplatz: “Immer die gleichen Täter”

Samstag, 11. April 2015 | 09:36 Uhr

Bozen – Der brutale Angriff auf einen 17-Jährigen am vergangenen Samstag am Obstplatz in Bozen hat der Debatte über die Sicherheit im Stadtzentrum neue Nahrung gegeben.

Einige Wirte erzählen gegenüber der Tageszeitung Alto Adige, dass das Problem durchaus bekannt sei. Regelmäßig komme es zu Übergriffen, Diebstählen und Raub.

Als Übeltäter machen sie rund 20 Personen aus, die immer wieder auffällig werden. Sie respektierten weder Verhaltensregeln noch seien sie besorgt über mögliche juristische Folgen, die ihr Handeln nach sich ziehen könnte.

„Seit Jahren wird über die Sicherheit gesprochen“, so Helmut Tutzer vom Salinas, „doch geändert hat sich nichts. Mittlerweile scheint sich das Problem zuzuspitzen.“

Auch er sei von einem Mann angegriffen worden, der über eine lange Vorstrafenliste verfügte. Nachdem er von den Ordnungshütern verhaftet worden war, habe er der Tunesier nur zwei Tage später wieder in seinem Lokal gestanden und die Kunden belästigt, so Tutzer.

Es handle sich größtenteils um dieselben Personen, die das Sicherheitsproblem verursachen.

Franco Soro vom Cafè Tivoli und Willy Alber vom Restaurant Vögele glauben, dass Überwachungskameras und Polizeistreifen, die zu Fuß unterwegs sind, einen abschreckenden Charakter für die Störenfriede hätten.

Soro meint zudem, dass der Jugend und dem Nachtleben in Bozen mehr Freiheit gegeben werden muss. Die Jugendpolitik müsse überdacht werden.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (10.4.2015)

Am vergangenen Samstagabend haben sich am Obstplatz in Bozen blutige Szenen abgespielt. Ein 17-jähriger Bozner, der zusammen mit zwei Freunden gegen Mitternacht auf einer Bank saß, wurde mit einem abgebrochenen Bierkrug im Gesicht verletzt.

Zwei etwas ältere Jugendliche nordafrikanischer Herkunft, die in Bozen leben, näherten sich der Gruppe und fragten nach einer Zigarette, die ihnen jedoch verweigert wurde. Dies soll der Auslöser für den Gewaltausbruch gewesen sein.

Wie die Tageszeitung Alto Adige heute berichtet, wurde dem 17-jährigen zunächst eine Glasflasche gegen den Kopf geschlagen, dann wurde er mit einem beschädigten Bierkrug im Gesicht verunstaltet.

Im Krankenhaus mussten die erlittenen Wunden später mit 40 Stichen genäht werden.

Die Angreifer suchten nach dem Übergriff sofort das Weite. Die Freunde des Opfers nahmen zwar die Verfolgung der Täter auf, doch in der Rauschertorgasse sollen die beiden jungen Männer plötzlich innegehalten, sich umgedreht und zwei große Messer gezückt haben.

Den Freunden des 17-Jährigen blieb somit nichts anderes übrig, als die Verfolgung abzubrechen.

Die Carabinieri ermitteln in dem Fall. Angeblich soll die Identität der beiden mutmaßlichen Täter bereits dank der Zeugenaussagen festgestellt worden sein. Nun läuft die Suche nach den beiden Angreifern. Ihnen wird Körperverletzung vorgeworfen.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen