ISO-Zertifizierung notwendige Basis, nächster Schritt klinische Zertifizierung

Onkologische Zertifizierung in der Sanität: Wir sind ISO

Montag, 14. September 2015 | 19:56 Uhr

Bozen – Seit heute sind 29 Abteilungen und Dienste des Südtiroler Sanitätsbetriebes ISO-zertifiziert. Die entsprechenden Zertifikate wurden am Nachmittag im Krankenhaus Brixen von Landesrätin Dr.in Martha Stocker feierlich übergeben.

Seit Jänner 2014 wurde im Südtiroler Sanitätsbetrieb intensiv am Ziel ISO-Zertifizierung gearbeitet. Das Audit wurde von einem internationalen Team der Zertifizierungsgesellschaft Bureau Veritas im Zeitraum von mehreren Tagen im Mai 2015 durchgeführt. Dabei wurde in den am Projekt „Zertifizierung der onkologischen Chirurgie“ beteiligten Abteilungen und Diensten in den vier Gesundheitsbezirken (rund 1.000 Mitarbeiter beteiligten sich am Projekt) überprüft, ob die Voraussetzungen für eine Zertifizierung nach europäischer ISO-Norm 9001 gegeben sind. Das Ergebnis fiel positiv aus.

„Die ISO-Zertifizierung legt die Basis für betriebsweite Abläufe und Prozesse fest. Aufbauend auf dieser ISO-Zertifizierung soll dann die klinische Zertifizierung erfolgen, die vor allem patientenbezogene klinische Indikatoren festlegt, die auch jene Qualitätskriterien wiederspiegeln, die die Patienten interessieren, wenn sie im Falle einer Erkrankung im Internet nachschauen, wo man sich am besten operieren/behandeln lassen kann“, so Sanitätsdirektor Dr. Oswald Mayr.

Bei der Übergabe der Zertifikate an die Vertreter der Abteilungen und Dienste hob Landesrätin Dr.in Stocker die Ziele des Projekts hervor: „Im Mittelpunkt steht auch in diesem Fall der Patient und die Steigerung der Behandlungsqualität. Die Optimierung der Organisationsprozesse kommt vor allem den Patienten und Patientinnen aber auch den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zugute.“

Die im Rahmen des Projekts „Zertifizierung der onkologischen Chirurgie“ eingeführten und interdisziplinär besetzten telematischen Konferenzen, die sogenannten Tumorboards, fördern die Gesprächs- und Diskussionskultur. Das Resultat ist eine höhere Qualität der Behandlung und eine damit einhergehende Steigerung der Überlebensrate für die Patienten.

Projektleiter Dr. Luca Armanaschi fasst Ziele und Schwierigkeiten des Projekts „Zertifizierung der onkologischen Chirurgie“ in Südtirol folgendermaßen zusammen:

„Wir arbeiten täglich daran, dass die Qualität der Versorgung für den onkologischen Patienten gesteigert wird und die Zusammenarbeit aller Akteure in einem landesweiten Netzwerk gestärkt wird. Es wird nötig sein, starre Verwaltungswege immer wieder in Frage zu stellen und nach neuen Lösungen zu suchen – auch auf informationstechnischem Weg.

Die nun erfolgte ISO-Zertifizierung war die notwendige Basis, nun kann der nächste Schritt, nämlich die klinische Zertifizierung, in Angriff genommen werden.

Von: ©ka