EURAC, POLITIKA und das Global Forum Südtirol laden ein

Partizipation in Südtirol: Schweizer Modell ja oder nein?

Mittwoch, 15. April 2015 | 17:40 Uhr

Bozen – Das politische System der Schweiz steht für direkte Demokratie, Föderalismus, außenpolitische Neutralität und innenpolitischen Konsens. Die Schweizer Bürger können sich unmittelbar am politischen Geschehen mit Referenden beteiligen oder mit Unterschriftensammlungen direkt eingreifen. Darüber, ob das Schweizer Modell, oder Teile davon, für Südtirol geeignet sein könnte, diskutieren Experten mit dem Publikum am Freitag, 17. April von 18 bis 19.30 Uhr in der EURAC. Die Diskussionsrunde ist Teil einer Reihe von Gesprächsabenden rund um die Südtiroler Autonomie.

Unsere Nachbarn, die Schweizer, können über Fragen abstimmen, welche ihre Gemeinde, ihren Kanton oder die ganze Schweiz betreffen. So zum Beispiel über den Bau eines neuen Kinderhorts in ihrem Dorf, über die Energieversorgung des Kantons oder über die staatliche Altersvorsorge. Ausgehend vom Schweizer Modell der direkten Demokratie beleuchten die Experten zusammen mit dem Publikum in der EURAC die wirtschaftlichen Aspekte politischer Prozesse und politischer Institutionen. Zur Diskussion stehen Fragen wie: Können die Erfahrungen in der Schweiz auch ein Impuls für ein neues Demokratieverständnis in Südtirol sein? Welche Voraussetzungen braucht es für direktdemokratische Instrumente wie Volksbegehren und Volksabstimmungen? Welcher Stellenwert wird der partizipativen Demokratie in Südtirol eingeräumt?

Diese und weitere Fragen aus dem Publikum beantworten am Freitagabend in der EURAC Reiner Eichenberger, Professor für Theorie der Finanz- und Wirtschaftspolitik an der Universität Freiburg, und Francesco Palermo, Leiter des EURAC-Instituts für Föderalismus- und Regionalismusforschung. Einführende Impulse liefern auch: Magdalena Amhof, Abgeordnete und Vorsitzende des Ersten Gesetzgebungsausschusses des Südtiroler Landtages, Christian Girardi, Gründer und Organisator des Global Forum Südtirol und Elisabeth Alber vom EURAC-Institut für Föderalismus- und Regionalismusforschung.
Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Simultanübersetzung ist nicht vorgesehen, und die Beiträge erfolgen je nach Muttersprache. Das Publikum kann in beiden Landessprachen zur Diskussion beitragen.

Der Diskussionsabend ist Teil der Veranstaltungsreihe „Die Südtiroler Autonomie: Heute – Morgen?“, die vom EURAC-Institut für Föderalismus- und Regionalismusforschung und von POLITIKA, der Südtiroler Gesellschaft für Politikwissenschaft, organisiert werden. Das Global Forum Südtirol ist Mitveranstalter des Abends zum Schweizer Modell. Der Abend greift das Thema „Kanton Südtirol – Utopie oder Modell?“ des 6. Global Forum Südtirol aus dem Jahr 2014 wieder auf. Die Organisatoren möchten mit der Veranstaltungsreihe den Bürgern einen neutralen Ort für Diskussion und Austausch anbieten, in wissenschaftlichem Ambiente und abseits vom tagespolitischen Geschehen. Die Reihe wird noch bis zum 14. Mai fortgeführt. Weitere Themen sind der Bürger in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino und die Gemeinderatswahlen im Mai. Das Programm ist unter www.eurac.edu/sfere zu finden.

Die Veranstaltungsreihe steht unter der Schirmherrschaft des Südtiroler Landtages.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen