66-Jähriger auf der Anklagebank: Er weist Vorwürfe zurück

Pfarrer um 30.000 Euro betrogen

Donnerstag, 24. September 2015 | 12:00 Uhr

Bozen – Ein Pfarrer in Bozen wurde im Jahr 2012 um 30.000 Euro betrogen. Nun steht ein 66-Jähriger aus Tarent vor Gericht. Dieser bestreitet die Vorwürfe allerdings, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Vor drei Jahren wurden zwei Männer bei dem Pfarrer vorstellig und behaupteten, dass er von einer entfernten Verwandten 80.000 Euro geerbt habe. Um die Formalitäten für die Erbschaft abzuwickeln, sei es allerdings nötig, dass er aber 30.000 Euro bezahle, erklärten die Männer.

Der Pfarrer gab ihnen den Betrag. Als er jedoch weder eine Erbschaft noch sein eigenes Geld zurück erhielt und die beiden Mittelsmänner auch nicht mehr auftauchten, erstattete der Geistliche Anzeige.

Zur gleichen Zeit ermittelten die Carabinieri von Avellino zu ähnlichen Betrugsfällen in ihrer Gegend, wobei es sich bei den Opfern ebenfalls um Priester handelte.

Als sie Berichte über den Fall in Bozen lasen, setzten sich die Beamten mit ihren Südtiroler Kollegen in Verbindung und übermittelten ihnen Fotos von zwei Personen, die sie im Zuge ihrer eigenen Erhebungen als tatverdächtig eingestuft hatten. Der Pfarrer soll die Männer identifiziert haben, wobei er eine Angabe mit 70-prozentiger Sicherheit gemacht habe.

Doch nur der 66-Jährige aus Tarent landete in Bozen vor Gericht. Der zweite Mann konnte nämlich seinen Reisepass vorweisen, aus dem klar ersichtlich hervor ging, dass er sich zum Tatzeitpunkt im Ausland befand.

Der 66-Jährige wies am Mittwoch alle Vorwürfe zurück. Sein Rechtsanwalt Luigi Prete aus Bologna argumentierte, dass sich der Pfarrer offensichtlich bei der Identifizierung geirrt habe. Seiner Ansicht nach sollte erwogen werden, dass er sich auch bei seinem Mandanten getäuscht haben könnte.

Daraufhin verfügte Richter Ivan Perathoner, zum nächsten Verfahrenstermin den Chefermittler der Carabinieri aus Avellino als Zeugen zu laden.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen