Ministerialverordnung sorgt für helle Aufregung bei Oberschülern

Plötzlich fünf statt vier Fächer bei der Matura

Samstag, 13. Juni 2015 | 13:00 Uhr

Bozen – Viele Maturanten in Südtirol sind aufgebracht und in Panik. Erst jetzt wurde nämlich bekannt, dass bei der dritten schriftlichen Prüfung nicht mehr in vier Fächern geprüft wird, sondern in fünf. Eine staatliche Ministerialverordnung, die erst Ende Mai veröffentlich wurde, sieht dies vor.

Die Übersetzung der Verordnung hat bis jetzt gedauert und wurde nun den Oberschülern mitgeteilt – kurz vor Beginn der großen Abschlussprüfung, berichtet das Tagblatt Dolomiten.

Eine Schülerin hat sich deshalb an den Freiheitlichen Landtagsabgeordneten Sigmar Stocker gewandt und das  Schulamt bestätigte eine entsprechende Anfrage der „Dolomiten“.

Voraussetzung für die Prüfung in fünf Fächern ist, dass in der Prüfungskommission auch Lehrer mit der entsprechenden Prüfungsbefugnis sitzen. Dies dürfte fast überall der Fall sein.

Unklar ist für viele Maturanten zudem, welches Fach nun neu dazukommen wird. Fürs Nachlernen fehlt außerdem die Zeit, da die schriftlichen Maturaprüfungen schon am Mittwoch beginnen.

Die Schüler fragen sich auch, wie lange die dritte schriftliche Prüfung nun dauern wird und wie die Punkte aufgeteilt werden. Bisher dauerte diese Prüfung 150 Minuten. Albrecht Matzneller, Direktor des Amtes für Verwaltung des Lehrpersonals, versichert laut „Dolomiten“, dass die dritte schriftliche Prüfung aufgrund des weiteren Faches vom Umfang her nicht größer ausfallen werde als bisher. Deshalb werde auch die Zeit in etwa dieselbe bleiben.

Neben den Schülern müssen sich auch Lehrer, Direktoren und das Schulamt rasch auf diese Neuerung einstellen. Wie die Direktorin der FOS „Marie Curie“, Veronika Rieder, laut „Dolomiten“ betont, seien auch die Protokollvorlagen noch nicht eingetroffen. Diese müssten erst durchgesehen werden.

Matura teilweise um ein bis zwei Tage später zu Ende

Bei dieser Matura gibt es noch weitere Änderungen: Sie soll in einigen Oberschulen um ein bis zwei Tage länger dauern. Dies könnte bei einigen Familien die Urlaubsplanung über den Haufen werfen, falls Flüge oder Hotels bereits gebucht sind.

Grund für die Verzögerung ist: Die Mitglieder der Prüfungskommission dürfen mit der Korrektur der schriftlichen Arbeiten erst dann anfangen, wenn sämtliche schriftlichen Arbeiten – auch in Italienisch – effektiv abgeschlossen sind. Dies steht in der Ministerialverordnung.

Bisher durften die Kommissionsmitglieder mit der Korrektur bereits am Nachmittag nach der Deutsch-Arbeit beginnen. Betroffen könnten vor allem Kommissionen sein, die 40 bis 45 Arbeiten zu korrigieren haben.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen