"Zahl der Arbeitsplätze bleibt nicht gleich"

Pöder: “Ruf nach Massenzuwanderung ist übertrieben”

Donnerstag, 02. April 2015 | 22:23 Uhr

Bozen – Die von Landesrat Philipp Achammer präsentierten Szenarien über die sinkende Zahl von Arbeitskräften und die Notwendigkeit der Zuwanderung berücksichtigt möglicherweise zu wenig die Tatsache, dass sich auch das Jobangebot ändert. Diese Ansicht äußert der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder.

Laut Pöder ist deshalb der Ruf Achammers nach einer Art Massenzuwanderung, um künftig alle Jobs zu besetzen, "doch etwas übertrieben."

"Zwar gibt es nicht mehr den Schwund von Arbeitsplätzen wie es ihn im Zuge der 70er- oder 80er-Jahre oder während der heißen Phase der jüngsten Wirtschaftskrise, aber die Jobs werden in Zukunft nicht mehr", gibt Pöder zu bedenken.

"Es gibt auch einen laufenden Wandel in der Art der Arbeitsplätze und Berufe, immer mehr hin zum Dienstleistungsbereich, während im Produktionssektor weiterhin rationalisiert wird. Aber es gibt eben auch eine Tendenz zur Verringerung der Zahl der Arbeitsplätze, womit eben nicht gesagt ist, dass es in den nächsten Jahrzehnten in dem Ausmaß an Arbeitskräften fehlen wird, wie auch heute von Achammer prognostiziert", so der Abgeordnete derBürgerUnion.

"Klar ist, dass auch die Bevölkerungszahl durch schwache Geburtenzahlen sinkt. Weniger Bevölkerung bedeutet automatisch auch weniger erforderliche Arbeitsplätze und damit zusammen mit anderem Faktoren ein geringeres Angebot an Arbeitsplätzen insgesamt. Dass wir deshalb jetzt nach einer Art Massenzuwanderung rufen, um Europas Gesellschaft und Wirtschaft zu retten, ist sowohl politisch als auch statistisch  überreagiert. Gleichwohl muss man sich rechtzeitig auf die demographische Entwicklung einstellen, diese muss aber auch in einem realistischeren Kontext erhoben werden", so Pöder.

"In der Statistik zur Bevölkerungsentwicklung gibt es immer mehrere Szenarien die sich zahlenmäßig radikal unterscheiden und in der Regel sind die worst-case-Szenarien bislang noch nie eingetreten", gibt der Abgeordnete zu bedenken.

Von: lu

Bezirk: Bozen