Forderungen werden wieder laut

Post-Probleme: Braucht es eine Landespost?

Freitag, 19. Juni 2015 | 10:17 Uhr

Bozen – Der Landtagsklub der Süd-Tiroler Freiheit fordert Landeshauptmann Kompatscher mit Nachdruck dazu auf, sich für den Aufbau einer eigenen Landespost einzusetzen. Der Landeshauptmann ließ gestern verlauten, man wolle untersuchen, „[…] ob im Rahmen des Mailänder Abkommens eine Spesenübernahme durch das Land möglich ist […].“

„Will man die Autonomie voran bringen und einen funktionierenden Postdienst haben, greift das nicht weit genug“, kritisiert die Süd-Tiroler Freiheit. „Es braucht eine eigene Landespost!“

„Eine funktionierende Post ist ein wichtiger Grunddienst, welchen die ‚Poste Italiane‘ längst nicht mehr garantieren kann. Briefe kommen häufig zu spät oder gar nicht an, Zweisprachigkeits- und Proporzbestimmungen werden oftmals ignoriert und in vielen Filialen sind noch nicht einmal Briefmarken erhältlich! Durch Stellenstreichungen und Filialschließungen wird die Situation noch prekärer werden“, gibt Stefan Zelger, Sekretär der Landtagsfraktion der Süd-Tiroler Freiheit zu bedenken. Dies sei nicht „nur“ ein Ärgernis für die Bevölkerung, sondern auch ein Wettbewerbsnachteil für Südtirols Betriebe. Die Klagen der Bürgermeister über die Post häufen sich zusehends.

Landeshauptmann Kompatscher hat wiederholt betont, dass er sich vorstellen könne, die Postdienste zu übernehmen: „Wir haben das Recht und die Möglichkeit, man muss nur schauen, was sinnvoller ist – es so zu übernehmen und entsprechend dafür zu bezahlen oder vielleicht einen besseren Dienst auf eine andere Weise herzustellen.“

Von einem „besseren Dienst auf andere Weise“ sei  in der gestrigen Erklärung Kompatschers nun plötzlich keine Rede mehr gewesen, so die Bewegung.

„Gleichzeitig erklärte der Landeshauptmann in der Pressemitteilung des Landes, dass es bei der Post Probleme mit dem Proporz und der Zweisprachigkeit gäbe. Tatsachen, auf welche die Süd-Tiroler Freiheit schon lange hinweist! Die Landesregierung soll prüfen lassen, wie viel der Aufbau einer eigenen Post kosten würde und wie sich dieser umsetzen ließe, anstatt mit Südtiroler Steuergelder italienische Chaos-Betriebe zu finanzieren“, so die Süd-Tiroler Freiheit abschließend.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen