BürgerUnion zu Familienpolitik

“Privatangestellte bei Elternzeit und Rentenabsicherung gleichstellen”

Dienstag, 29. September 2015 | 13:09 Uhr

Bozen – Als sozial unverträglich und familienpolitisch inakzeptabel wertet die BürgerUnion die krassen Unterschiede im Mutterschutz und im Vorsorgesystem für Familien zwischen öffentlichen und privaten Angestellten. "Während Eltern im öffentlichen Dienst vorbildlich abgesichert sind, werden in der Privatwirtschaft beschäftigte bzw. als selbständige arbeitende Eltern benachteiligt", schreibt der Landtagsabgeordnete der BürgerUnion, Andreas Pöder, in einer Aussendung.
 
Als konkretes Beispiel nennt Pöder den bezahlten Wartestand für Eltern. "In der öffentlichen Verwaltung steht frischgebackenen Eltern ein bezahlter Wartestand von elf Monaten und ein unbezahlter Wartestand bzw. Anrecht auf Teilzeitarbeit von 24 Monaten zu. In der Privatwirtschaft beträgt der entlohnte Wartestand zehn Monate, danach muss die Mutter weiter arbeiten oder kündigen, wenn sie bei ihrem Kind bleiben will. Für Alleinerzieherinnen kommen noch zehn Monate Freistellung hinzu. Mehr gibt es nicht. Bei den Selbstständigen schaut es noch viel schlimmer aus, diese haben ein Anrecht auf Mutterzeit von fünf Monaten, müssen aber einen Antrag an das NISF/INPS stellen", erläutert Pöder.
 
Um diese soziale Schieflage und familienpolitische Ungerechtigkeit zu beseitigen, schlägt die BürgerUnion eine Anpassung der Elternzeiten vor. "Auch Kinder von Eltern aus der Privatwirtschaft haben ein Anrecht auf ihre Mutter und ihren Vater. Darum muss die Elternzeit in der Privatwirtschaft jener vorbildlichen der öffentlichen Verwaltung angepasst werden. Die Kosten dürfen natürlich nicht den Betrieben angelastet, sondern müssen vom Land übernommen werden. Ein finanziell  zu meisterndes Vorhaben", so Pöder.

Auch bei den Selbstständigen gibt es laut BürgerUnion Handlungsbedarf. "Kinder von Selbständigen haben ebenso ein Anrecht auf ihre Eltern. Darum fordern wir, die Elternzeit von Selbstständigen, soweit diese für ihren Betrieb entbehrlich sind, ebenfalls jener der öffentlich Bediensteten anzupassen. Die Selbständigen zahlen unentwegt in die Kassen des NISF/INPS ein, sodass sie durchaus das Anrecht haben, in dieser besonderen Situation ihres Lebens, unterstützt zu werden", so der Sprecher für Sozialpartnerschaft der BürgerUnion, Dietmar Zwerger weiter.
 
Die BürgerUnion will nun im Südtiroler Landtag aktiv werden, um die Elternzeiten anzupassen. "Ich habe im Landtag einen Beschlussantrag hinterlegt, welcher die Harmonisierung der Elternzeiten vorsieht und durch welchen wir in unserem Land wider für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen können. Und für glückliche Kinderaugen", schließt Pöder die Aussendung der BürgerUnion.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen