Bürgermeister Lintner spricht von "nicht akzeptabler Situation"

Probleme mit der Post verärgern Rittner

Donnerstag, 30. April 2015 | 10:27 Uhr

Ritten – Auch am Ritten gibt es Probleme mit dem Postdienst, die in erster Linie mit dem akuten Personalmangel in Zusammenhang zu bringen sind.

Entweder kommt die Post an manchen Tagen gar nicht oder erst mit erheblicher Verspätung. Es gab sogar Fälle, in denen ein Brief über eine Woche lang unterwegs war. In der Bevölkerung am Ritten hat sich deshalb "Unbehagen" breit gemacht.

Der Rittner Bürgermeister Paul Lintner spricht gegenüber Südtirol News von einer „nicht akzeptablen Situation“. Bürger seien an ihn herangetreten und hätten sich beschwert. Daraufhin sei er aktiv geworden und habe ein Schreiben an die Postverwaltung, das Land und den Gemeindenverband verfasst.

Er fordert darin Maßnahmen und eine Intervention an höherer Stelle bei der Post, damit der Dienst wieder flüssiger läuft.  

Bis vor wenigen Jahren waren am Ritten in den neun Postzustellzonen genauso viele Briefträger im Einsatz. Dann kam es zu ersten Einschnitten bei der Zahl der Postboten.

Auf direkte Nachfrage bei der Postamtsleiterin hat Bürgermeister Lintner in Erfahrung gebracht, dass frei gewordene Stellen nicht mehr nachbesetzt werden und deshalb die Briefträger mit dem Austeilen der Post in den verschiedenen Postzustellzonen nicht mehr nachkommen.

So lässt es sich auch erklären, warum die Probleme bei der Zustellung in den verschiedenen Fraktionen alternierend auftreten.

Lintner äußerte jedenfalls die Hoffnung, dass auf seine Intervention hin eine Besserung eintreten wird.

Forderung nach Landespost wird wieder laut

Die Süd-Tiroler Freiheit nimmt die Beschwerde des Rittner Bürgermeisters Paul Lintner über die Post zum Anlass, ihre Forderung, eine eigene Landespost aufzubauen, zu bekräftigen.

„Mit seiner Einschätzung steht Lintner keineswegs alleine da. Die Probleme zeigen sich in vielen Dörfern, weshalb ein Eingreifen der öffentlichen Hand immer notwendiger wird. Eine funktionierende Post ist ein wichtiger Grunddienst, welchen die „Poste Italiane“ immer weniger garantieren kann. Auch Interventionen bei höchster Poststelle, wie von Lintner gefordert, werden daran wohl nichts ändern“, meint die Bewegung.

„Im Gegenteil! Durch Stellenstreichungen und Filialschließungen wird die Situation noch prekärer werden. Unter dem italienischen Spardruck leiden auch die Dienste in Südtirol“, gibt Stefan Zelger, Landesleitungsmitglied und Fraktionssekretär der Süd-Tiroler Freiheit zu bedenken.

Die Bewegung hat im Februar einen Beschlussantrag im Landtag eingereicht, mit dem Ziel mit der Regierung in Rom innerhalb des laufenden Jahres in Verhandlung zu treten, damit die Post vom Staat an das Land übergehen kann. Zwar sei diese Forderung keineswegs neu, die Notwendigkeit und die Signale der Landesregierung diesbezüglich seien es aber. „Landeshauptmann Kompatscher hat in der jüngeren Vergangenheit wiederholt betont, dass er sich vorstellen könne, die Postdienste zu übernehmen.“

Von: ©lu

Bezirk: Bozen, Salten/Schlern