FH: "Glühbirnenverbot führt zu Umweltchaos"

Quecksilber: Wie hoch ist die Belastung in der Luft?

Dienstag, 28. Juli 2015 | 08:00 Uhr

Bozen – Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Walter Blaas übt scharfe Kritik an der "EU-Überreglementierung und an der Verbotskultur hinsichtlich der Glühbirnen zugunsten der toxischen Alternativprodukte wie Kompaktleuchtstofflampen."

Die EU-Kommission beschloss mit Ende des Jahres 2008, die Produktion von konventionellen Glühlampen in den Mitgliedsstaaten bis zum September 2012 schrittweise zu untersagen. Kompaktleuchtstofflampen haben in der Folge einen Teil der Lücke bei den Leuchtkörpern geschlossen, obwohl sie mit hochgiftigem Quecksilber gefüllt sind.

„Nicht mehr funktionsfähige Kompaktleuchtstofflampen sind eine Gefahrenquelle für die Umwelt und die Gesundheit“, hält der Freiheitliche Landtagsabgeordnete  fest, „denn das enthaltene Quecksilber kann austreten. War früher die Entsorgung der Glühbirnen ohne weitere Probleme möglich, so verlangen die sogenannten Energiesparlampen eine hohe Aufmerksamkeit an Sicherheitsvorkehrungen. Die Sammlung erfolgt vorwiegend über öffentliche Strukturen, welche die Verwertung übernehmen und die dafür eigens ins Leben gerufenen Herstellerkonsortien“, erklärt Blaas mit Blick auf die ihm vorliegenden Informationen.

„Der Aufwand und die Risiken sind enorm. Für diese Lampen hat sich der Überbegriff ‚Energiesparlampen‘ eingebürgert und trotzdem stellt sich durchaus die Frage wie viel an Energie die Entsorgung derselben verbraucht. Die Lampen selber würden im Schnitt etwa nur ein Fünftel der Energie im Vergleich zu Glühbirnen verbrauchen. Damit aber die Strahlung im ultravioletten Bereich in weißes Licht umgewandelt werden kann, sind die mehrfach gewundenen Röhren mit Quecksilber versehen. Quecksilber als Metall kann negative Folgen für die Gesundheit und die Natur auslösen und ist durch das Aufkommen dieser Lampen weit verbreitet“, kritisiert Blaas und sieht in der EU-Maßnahme zum Verbot der bewährten Glühbirnen keine positive Energiebilanz.

„Allein schon die Bürokratie und der Personalaufwand zur Entsorgung dieser Leuchtmittel sprengt den Rahmen. Die Südtiroler Recyclinghöfe in den Gemeinden müssen, sofern sie gewillt sind diese Art der Abfälle annehmen zu wollen, eine diesbezügliche Ermächtigung haben. Der Abfall muss fachgemäß und ohne Gefahren für die Umwelt und den Menschen gelagert werden“, beschreibt der Freiheitliche Landtagsabgeordnete und hält fest, dass der Umgang mit dem leichtflüchtigen Quecksilber durchaus nicht einfach sei.

„Damit das Umweltchaos abgerundet wird, werden von öffentlicher Seite Messungen zu Quecksilberkonzentrationen in der Südtiroler Luft nicht vorgenommen. Die Messung der Quecksilberbelastung erfolgt nur auf nationaler Ebene und nur im Rahmen der wenigen Hintergrundmessorte. Die Messung auf regionaler Ebene gehört nicht zur Standardausstattung eines regionalen Luftqualitätsmessnetzes“, kritisiert Walter Blaas abschließend.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen