Elektronische Handfessel steht nicht zur Verfügung

Quici bleibt trotz Hausarrest im Gefängnis – VIDEO

Mittwoch, 15. April 2015 | 09:05 Uhr

Bozen – Die 34-jährige Ester Quici, der vorgeworfen wird, ihren 50-jährigen Lebensgefährten Alessandro Heuschreck erstochen zu haben, darf laut Medienberichten in den Hausarrest. Sie befand sich seit drei Wochen im Trientner Gefängnis in U-Haft.

Hier geht es zum Video (Südtirol Heute)

Das Bozner Freiheitsgericht stimmte demnach teilweise mit den Argumenten der Verteidigung überein, die aufgrund der Autopsieergebnisse eine Untersuchungshaft für nicht gerechtfertigt halten.

Am Leichnam sei keine Wunde gefunden worden, die eindeutig von Dritten verursacht worden sei. Wie berichtet, hatte Quici behauptet, ihr Lebensgefährte habe sich die Verletzungen selbst zugefügt.

Allerdings lieferte sie zunächst fünf verschiedene Versionen zum Tathergang.

Ester Quici ist laut Medienberichten aber nur theoretisch im Hausarrest – zumindest vorerst. Der Grund: Als Auflage hat das Gericht eine elektronische Handfessel verlangt. Solche Fesseln übertragen jederzeit die genaue Position des Trägers an die nächstgelegene Carabinieristation. Allerdings sind diese in Italien Mangelware.

Bis eine solche zur Verfügung steht, muss die 34-Jährige weiter im Trientner Gefängnis bleiben. Als Ort des Hausarrestes hat das Freiheitsgericht die Wohnung des Vaters von Quici in Meran bestimmt. Außerdem darf die Verdächtigte auch nicht in Kontakt mit ihren Kindern treten, die sich zum Zeitpunkt des Todes von Alessandro Heuschreck in der gemeinsamen Wohnung in Bozen aufhielten.

In die Ermittlungen selbst dürfte wieder Schwung kommen, sobald die rechtsmedizinischen Gutachten nach Ablauf der vorgesehenen 90 Tage vorliegen.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen, Burggrafenamt