Prostituierte verprügelt: Heute Entscheidung über Hausarrest

Rabanser könnte mit Fußfessel versehen werden

Freitag, 03. April 2015 | 09:10 Uhr

Bozen/Lajen – Klaus Rabanser (40), der Waldarbeiter aus Lajen, dem vorgeworfen wird, gegenüber Prostituierten gewalttätig geworden zu sein, könnte schon heute in den Hausarrest überstellt werden.

Wie die Tageszeitung Alto Adige schreibt, hat der Verteidiger von Rabanser, Martin Fill, am Donnerstag das Einverständnis seines Mandanten hinterlegt, mit einer Fußfessel überwacht zu werden. Auch die Staatsanwaltschaft hat sich mit dieser Lösung einverstanden gezeigt.

So gilt es als wahrscheinlich, dass Richter Emilio Schönsberg heute Vormittag dieser Maßnahme zustimmt. Die Untersuchungshaft wegen Tatwiederholungsgefahr bleibt aber aufrecht. Mit der elektronischen Fußfessel können die Gesetzeshüter überwachen, ob Rabanser aus dem Hausarrest ausbricht. Dies wird als ausreichende Garantie angesehen, um einer neuerlichen Tat vorzubeugen.

Bekanntlich sollen beide von Rabanser mutmaßlich verprügelten Frauen im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens angehört werden. Ihre Angaben haben in einem Verfahren Beweiskraft.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (31.3.2015)

Klaus Rabanser aus Lajen wird zur Last gelegt, gegenüber zwei Prostituierten gewalttätig geworden zu sein. Er bleibt wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft im Gefängnis. Dies hat Untersuchungsrichter Emilio Schönsberg entschieden.

Außerdem hat Richter Schönsberg dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf ein vorgezogenes Beweissicherungsverfahren zugestimmt, um die Aussagen der beiden Frauen einzuholen, berichtet die Tageszeitung Alto Adige.

Bekanntlich werden dem 40-Jährigen schwere Körperverletzung, Freiheitsberaubung und illegales Tragen eines Messers vorgeworfen.

Sein Anwalt, Martin Fill, hat angekündigt, dass er schon  bald Antrag auf Hausarrest für Rabanser stellen will. Zudem hat Anwalt Fill beantragt, dass sein Mandant vom Staatsanwalt angehört wird, da er beim Garantieverhör die Aussage verweigert hatte.  

WAS BISHER BERICHTET WURDE (21.3.2015)

Die Polizei hat am Donnerstagabend im Auftrag von Staatsanwalt Axel Bisignano den 40-jährigen Holzfäller Klaus Rabanser aus Lajen festgenommen. Der Grund: Er wurde mehrmals bei Prostituierten handgreiflich. Konkret wird ihm schwerste Körperverletzung, Nötigung und der Besitz eines Klappmessers vorgeworfen, schreibt die Tageszeitung Alto Adige.

Der Mann wurde in einer Bar in Laien aufgegriffen und ins Bozner Gefängnis gebracht. In den kommenden Tagen soll das Garantieverhör vor Ermittlungsrichter Emilio Schönsberg erfolgen.

Rund zwei Monate lang hat die Polizei gegen den Mann ermittelt. Ausschlaggebend war eine nigerianische Prostituierte, die halbtot aufgefunden worden war.

So ließ der Mann laut Polizeiangaben am 18. Jänner 2015 die Prosituierte am Stadtrand von Bozen in seinen Wagen steigen. Nachdem er sie brutal verprügelt hatte, setzte er sie mehrere Kilometer vom Stadtzentrum entfernt einfach auf der Straße ab. Die Frau musste aufgrund mehrerer Knochenbrüche ins Krankenhaus gebracht werden, ihr Gesicht war entstellt. Ein Passant hatte das Opfer bemerkt und die Polizei verständigt. Die Genesungszeit beträgt laut Polizei 60 Tage.

Die Frau muss sich mehreren Operationen unterziehen – in der Hoffnung, zumindest teilweise den rechten Arm wieder benutzen zu können. Ein Trick, der sie rettete, war vermutlich, dass sie sich tot gestellt hat. Als sie von der Polizei vernommen werden konnte, erklärte sie, dass der Mann ein Piercing getragenhabe, dass sie sich nur an ein graues Auto erinnern könne und dass sich der Mann als Paolo aus Meran vorgestellt habe. Wie sich später herausstellte, waren die Informationen falsch.

Am 25. Februar kam es zu einem weiteren Vorfall – wieder mit einer nigerianischen Prostituierten. Die Vorgangsweise war dieselbe: Auch sie stieg in das Auto von Rabanser. Die Ermittler vermuten deshalb, dass es sich bei ihm um einen Serientäter handeln könnte.

Als sie auf einer entlegenen Stelle auf der Straße nach Jenesien ankamen, forderte der Mann Dinge von der Frau, zu denen sie nicht bereit war. Als sie ablehnte, erfolgte der Angriff. Er entwendete ihr gewaltsam das Handy und warf es von sich. Anschließend würgte er die Prostituierte.

Die 37-Jährige konnte allerdings durch die Hilfe einer 40-jährigen Bäuerin eines nahegelegenen Hofes entkommen. Die Bäuerin, die gerade auf dem Nachhauseweg war, bemerkte die Szene und platzierte ihr Auto vor den Pkw von Rabanser. Auf diese Weise schnitt sie ihm die Flucht ab. Außerdem schaltete sie die Fernlichter ein und zwang den mutmaßlichen Täter auf diese Weise zur Flucht zu Fuß in den Wald. Anschließend ließ die Frau das Opfer in ihren Wagen einsteigen und verständigte die Polizei.

Durch den Wagen, der von der Polizei geholt wurde, kamen die Ermittler schließlich auf die Identität von Rabanser. Als dem ersten Opfer sein Foto gezeigt wurde, erkannte die Frau ihn sofort wieder.

Laut einem Bericht des Tagblatts Dolomiten läuft gegen Rabanser bereits eine Strafverfahren wegen sexueller Nötigung am Bozner Landesgericht, weil er im Juli 2014 eine südamerikanische Prostituierte zum Sex gezwungen haben soll.

Von: ©mk/lu

Bezirk: Bozen