Vinschgau und Pustertal sind höher radonbelastet

Radonbelastung an Schulen und Kindergärten

Dienstag, 02. Juni 2015 | 10:58 Uhr

Bozen – Die Freiheitlichen Landtagsabgeordneten Walter Blaas und Tamara Oberhofer forderten in einer Anfrage Auskunft über das Vorhandensein von Radon in Südtirol. Radon ist ein Edelgas, welches radioaktive Isotope aufweist. Diese können sich vorwiegend in Gebäuden mit schlechter Belüftung und Kellerräumen ansammeln.

Blaas und Oberhofer wollten wissen, welche Gemeinden eine besonders hohe Radonkonzentration aufweisen. Die Landesräte Richard Theiner und Martha Stocker verweisen in ihrer Antwort auf eine von der Landesagentur für Umwelt erstellte Karte, aus der sich die Ortschaften mit erhöhter Radonkonzentration entnehmen lassen.

Demnach sind die Vinschger Gemeinden Laas, Martell, Schlanders, Stilfs und Taufers im Münstertal sowie die Eisacktaler und Pustertaler Gemeinden Kiens, Pfalzen, Franzensfeste, Villnöss, Lüsen, Percha, Rasen-Antholz und Niederdorf im landesweiten Vergleich höher radonbelastet. Die Karte ist online abrufbar unter: http://www.provinz.bz.it/umweltagentur/strahlungen/radonkarte.asp

Auf die Frage, ob die Gemeindeverwaltungen vollumfassend über die Gefahrenquelle Radon informiert sind, antworteten die Landesräte, dass vor allem in jenen Gemeinden, in denen sich erhöhte Radonwerte häuften, zahlreiche Informationsveranstaltungen und Kurse organisiert wurden.

Die beiden Freiheitlichen Abgeordneten wollten abschließend in Erfahrung bringen, ob Informationen über gesundheitliche Auswirkungen durch Radon in Südtirol vorliegen. Theiner und Stocker entgegneten, dass nach aktueller Auskunft des Südtiroler Sanitätsbetriebes in Südtirol, wie auch auf gesamtstaatlicher Ebene, keine Daten über direkte Verbindungen zwischen Radon-Häufungen und Krankheiten wie beispielsweise Lungenkrebs vorliegen würden.

STF reicht ebenfalls Anfrage nach

Auch die Süd-Tiroler Freiheit will in Zusammenhang mit Radon eine Anfrage im Landtag einreichen. Das Labor für physikalische Chemie des Landes habe laut der Bewegung in den letzten Jahren an allen Schul- und Kindergartengebäuden Radon-Messungen durchgeführt. Dabei sei festgestellt worden, dass bei rund 120 Gebäuden die Werte zu hoch sind. Die betroffenen Gemeinden haben die Ergebnisse der Erhebung erhalten und müssen nun innerhalb drei Jahren die notwendigen Sanierungsmaßnahmen erledigen.

Radon ist ein natürliches radioaktives Element. Die Belastung mit Radon bzw. dessen Zerfallsprodukte bringt allerdings Gefahren mit sich, da das Gas, welches meist aus dem Untergrund in Häuser eindringt, den Radioaktivitätsgehalt der Luft ansteigen lassen kann.

Die Süd-Tiroler Freiheit fragt deshalb genauer nach und will mit einer Anfrage im Landtag in Erfahrung bringen, in welchen Schul- und Kindergartengebäuden erhöhte Radon-Werte festgestellt wurden. Die Bewegung will zudem wissen, welche Maßnahmen getroffen werden müssen und welchen gesundheitlichen Risiken die Kinder und Schüler ausgesetzt waren bzw. sind.

Von: ©lu/mk

Bezirk: Bozen