Landeshauptmann widerspricht Medienberichten

Sanität – Kompatscher: “Geld gut ausgegeben”

Montag, 27. April 2015 | 17:02 Uhr

Bozen – Landeshauptmann Arno Kompatscher nimmt zu den in verschiedenen Medien erschienenen Berichten Stellung, wonach Südtirol zu viel Geld für die Sanität ausgibt. „Die Darstellung entspricht nicht der Wirklichkeit“, so Kompatscher, „unsere Ausgaben werden nämlich ausschließlich von den hiesigen Steuerzahlen finanziert.“

"Südtirol kostet viermal so viel wie Pordenone", solche oder ähnliche Titel waren in letzter Zeit immer wieder in verschiedenen italienischen Medien zu lesen. Laut einer Studie, die in einer Fachzeitschrift über die Ausgaben im italienischen Gesundheitswesen veröffentlicht wurde, gibt Südtirol mit 2.421 Euro pro Jahr und Einwohner mehr als jede andere Provinz Italiens für die Gesundheit seiner Bürger aus. Landeshauptmann Arno Kompatscher stellt allerdings Folgendes klar: "Die angeführten Zahlen stellen ein verzerrtes Abbild der Wirklichkeit dar, da für den Vergleich Daten herangezogen wurden, die sich nicht miteinander vergleichen lassen. Für Südtirol werden beispielsweise die gesamten Gesundheitsausgaben des Landes in die Wagschale geworfen, während für das restliche Staatsgebiet nur die Kosten der einzelnen Sanitätsbetriebe in die Berechnung einfließen."

Für die Interpretation der Daten müsse zudem auch der staatliche Sanitätsfonds berücksichtigt werden. "Südtirol", führt hierzu Landeshauptmann Kompatscher an, "finanziert sein Gesundheitswesen ausschließlich aus Mitteln aus dem eigenen Haushalt, ohne auf die Gelder des staatlichen Fonds zurückzugreifen. Dieser deckt in anderen Regionen einen beträchtlichen Teil der Ausgaben ab und dient auch dem Ausgleich von Verlusten. Das Gesundheitswesen des Landes Südtirol finanziert sich im Gegensatz dazu aus den Steuern, die im Land eingehoben werden: Neun Zehntel der Steuern, die die Südtiroler Steuerzahler entrichten, werden für die Finanzierung von Zuständigkeiten verwendet, für die in den Regionen ohne Sonderstatut der Staat aufkommen muss. Außerdem wird jedes Jahr ein Teil dieser neun Zehntel [es handelt sich dabei um einen Betrag von 500 Millionen Euro – Anm. d. R.] zurückgelegt, um zur Sanierung der Staatsverschuldung beizutragen."

Landeshauptmann Kompatscher weist außerdem darauf hin, dass "aufgrund der Mobilität im Sanitätsbereich Südtirol noch immer auf zirka 73 Millionen Euro wartet, die dem Land von anderen Regionen Italiens geschuldet werden." Kompatscher unterstreicht abschließend: "Gerade in einem so heiklen Bereich wie der Sanität wäre es wünschenswert, wenn auf eine korrekte und der Wahrheit entsprechende Berichterstattung geachtet würde. Es wäre besser, mehr auf eine gute Zusammenarbeit zwischen den Regionen zu bauen, anstatt Neid und Missgunst zu schüren, ohne dass dafür objektive Daten zugrunde liegen."

Von: ©lpa

Bezirk: Bozen