Treffen mit Vertretern Südtiroler Privatkliniken

Sanität: Startschuss für neue Zusammenarbeit

Dienstag, 14. Juli 2015 | 18:52 Uhr

Bozen – Generaldirektor Thomas Schael hat am heutigen Dienstagnachmittag die Vertreter der Südtiroler Privatkliniken und Gesundheitsanbieter, die mit dem Sanitätsbetrieb vertraglich gebunden sind, zu einer Aussprache getroffen.

Das Ziel des Treffens war es, sich kennenzulernen und sich über Entwicklungen und Anforderungen der Gesundheitsversorgung der Südtiroler Bevölkerung auszutauschen. Die Aussprache verlief in äußerst konstruktiver und offener Atmosphäre. Die Vertreter der rund 20 mit dem Sanitätsbetrieb „konventionierten“ Einrichtungen und Dienste lobten die Initiative des neuen Generaldirektors und begrüßten den Vorschlag, auf eine mehrjährige Planung und Auftragsvergabe hinzuarbeiten.

Generaldirektor Thomas Schael hob hervor, dass das private Angebot an Gesundheitsleistungen in Südtirol im Vergleich zum restlichen Italien verhältnismäßig gering ausfalle. Dennoch gelte es im Zuge der Neuordnung des Gesundheitswesens, auf der Grundlage der tatsächlichen Gesundheitsbedürfnisse der Bevölkerung, einige Anpassungen vorzunehmen.

„Beispielsweise haben wir ein zu starkes stationäres Angebot. Als Betrieb arbeiten wir intensiv daran, Behandlungen in den tagesklinischen oder ambulanten Bereich zu verlagern, weil dies – klinisch gesehen – Sinn macht. Diese Entwicklung wird sich auch auf die Leistungen, die wir bei privaten Anbietern einkaufen, auswirken!“

Auch muss künftig noch stärker definiert werden, welche Aufgaben prioritär der öffentliche Gesundheitsdienst wahrzunehmen hat und welches die Rolle der privaten Anbieter sein kann. „Ich bin sehr wohl an einem echten privaten Angebot interessiert, auch in bestimmten unterversorgten Fachbereichen Leistungen über die öffentliche Hand dazuzukaufen, nur müssen wir hier eine offene und klare Diskussion führen und nicht einfach Vergangenes fortschreiben “, erläuterte Thomas Schael die Position des Sanitätsbetriebes.

Ein derart „inhaltlich-technischer Zugang“ erntete von allen Beteiligten Zuspruch, beispielsweise den Vertretern der Privatkliniken Villa Melitta, Marienklinik und Clinica Bonvicini, aber auch von privaten Anbietern von Reha- und Physiotherapie-Leistungen.

Positiv aufgenommen wurde auch der Vorschlag von Generaldirektor Thomas Schael, die Zusammenarbeit von Privaten und Sanitätsbetrieb auf eine „institutionalisierte“ Grundlage zu stellen, indem die privaten Anbieter eine Delegation ernennen, die den Verschiedenheiten der einzelnen Einrichtungen und Dienste gerecht wird, für den Sanitätsbetrieb gleichzeitig aber einige wenige direkte Ansprechpartner bereitstellt.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen