Gefährliche Stoffe in einer Farbe gefunden

Schaden Tattoos der Gesundheit?

Montag, 21. September 2015 | 12:00 Uhr

Bozen – Tattoos liegen gerade voll im Trend. Subjektiv kommt es einem in gewissen Situationen vor, als wenn jeder zweite seine Haut bunt verziert hat. Doch sind die Farben, die unter die Haut gestochen werden, völlig unbedenklich?

Das Südtiroler Landeslabor für Lebensmittelanalysen sagt „Nein“. Derzeit ermittelt sogar Staatsanwältin Donatella Marchesini, denn in einer einzigen Farbe aus einem Südtiroler Tätowierstudio (Schokobraun) wurden gefährliche Inhaltsstoffe festgestellt.

In der dunkelbraunen Farbe wurde der Nickel-Grenzwert ums Hundertfache überschritten, der Arsengehalt lag bei 14,3 Milligramm pro Kilo (Grenzwert 2) und der Bleigehalt bei 5 Milligramm pro Kilo (Grenzwert 2).

Das Landeslabor hat heuer bislang zehn Farbproben analysiert, die Hälfte davon wurde beanstandet. 2014 haben die Experten vier von 19 Proben bemängelt.

Blei ist ein Schwermetall, das sich negativ auf das Nervensystem auswirken kann, Arsen ist kanzerogen, Nickel kann schwere Allergien auslösen, die sich auch erst nach Jahren bemerkbar machen können, schreibt das Tagblatt Dolomiten.

„Unabhängig von den Gründen, weshalb man sich tätowieren lassen möchte: Man sollte sich bewusst sein, dass es sich um einen irreversiblen Eingriff handelt“, betont Laborleiter Luca D’Ambrosio gegenüber den „Dolomiten“.

Wer jetzt glaubt, eine Entfernung des Körperschmucks mit einem Laser löst das Problem, ist auf dem Holzweg: Laut jüngsten Studien verstärkt die Laserbehandlung sogar die Freisetzung von Aminen und führt zur Bildung von anderen bedenklichen Substanzen.

Der Markt mit Tattoofarben boomt derzeit: Weil im Internet Farben oft günstiger angeboten werden, als bei lokalen Vertreiben und sich so mancher Tatowierer online eindeckt, gibt es oft keine Garantie. Fälschungen aus Asien sind nämlich kaum von den Originalprodukten zu unterscheiden. 

Von: ©lu

Bezirk: Bozen