Blüht das dem Bozner Gemeinderat in den kommenden Jahren?

Schreiduelle und ein Umgangston aus der Gosse

Samstag, 27. Juni 2015 | 12:05 Uhr

Bozen – Emotional aufgeladen war die Sitzung des Bozner Gemeinderats am Donnerstagabend bereits genug. In letzter Minute schaffte es Bürgermeister Luigi Spagnolli, eine knappe Stimmenmehrheit für seine Stadtregierung zu erhalten.

Angeheizt wurden die Stimmung aber auch durch Schreiduelle, Beschimpfungen, Beleidigungen und einen Umgangston aus der Gosse. „Verräter!“, „Schande über euch!“ – mit solchen Zwischenrufen attackierten Anhänger der rechtsradikalen Bewegung CasaPound die Vertreter der Mehrheit.

Blühen solche Zwischenfälle dem Bozner Gemeinderat auch in Zukunft? Rechtliche Konsequenzen haben die Verantwortlichen vorerst keine zu befürchten, berichtet das Tagblatt Dolomiten. Zwar waren bei der Nachtsitzung neben der Stadtpolizei auch Beamte der Sonderpolizeieinheit Digos anwesend – allerdings nur zur Beobachtung.

Gemeinderatspräsident Luis Walcher drohte aufgrund der Zwischenrufe mehrmals an, die Zuschauertribüne räumen zu lassen. Einschreiten mussten die Stadtpolizisten dann aber doch nicht.

Die Stadtpolizei hat jedoch die italienische Fahne und ein Spruchband, den die Anhänger von CasaPound auf der Zuschauertribüne angebracht hatten, beschlagnahmt.

Zuschauer dürfen an den Ratssitzungen zwar teilnehmen. Zwischenrufe oder gar Beschimpfungen sind allerdings ebenso wie das Aufhängen von Spruchbändern oder Fahnen verboten.

Möglich wäre aber, dass in den kommenden Tagen einer jener Gemeinderäte Anzeige erstattet, die nach der Sitzung vor dem Ratssaal teilweise auf übelste Art beschimpft wurden.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen