Foto von Genitalien per SMS geschickt

Schülerinnen sexuell belästigt: Haft für Busfahrer

Dienstag, 12. Juli 2016 | 12:00 Uhr

Bozen – Zu drei Jahren und vier Monaten Haft wurde am Bozner Landesgericht jener 50-jährige Schulbusfahrer verurteilt, der drei Mädchen per SMS mit obszönem Inhalt und sogar Fotos von seinen Genitalien wiederholt sexuell belästigt haben soll. Eine Schülerin soll der Mann auch begrapscht haben.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann laut einem Bericht des Tagblatts Dolomiten sexuelle Gewalt an Minderjährigen, Sex mit Minderjährigen, Sex in Anwesenheit von Minderjährigen und Stalking vor. Die Schülerinnen sind im Alter zwischen 13 und 16 Jahren.

Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte eine 13-Jährige ihren Eltern gegenüber ihr Schweigen gebrochen, worauf die Eltern Anzeige bei den Carabinieri erstatteten. Dadurch kamen die Ermittlungen ins Rollen und es stellt sich heraus, dass die 13-Jährige nicht das einzige Opfer war. Die Belästigungen sollen über Monate hinweg gedauert haben.

Zwei weitere Mädchen soll er ebenfalls mit SMS terrorisiert haben. Eines davon soll er auch unsittlich berührt haben, während er die dritte Schülerin dazu gezwungen haben soll, zuzusehen, wie er sich selbst sexuell befriedigte.

Dass der Mann war Schulbusfahrer war und sein Handeln immer wieder fortsetzte, wertete die Staatsanwaltschaft beim Hauptverfahren am Montag als erschwerende Umstände. Deshalb forderte die Anklage eine Haftstrafe von fünf Jahren und vier Monaten. Diese Strafe wäre allerdings bereits um ein Drittel gekürzt worden, da dem 50-Jährigen ein verkürztes Verfahren zugestanden worden war, das seine Verteidiger Dieter Thomaseth und Andrea Gnecchi beantragt hatten.

Weil die Familien der drei Mädchen, die sich als Nebenkläger in den Prozess eingelassen hatten, vom Angeklagten finanziell entschädigt wurden und aufgrund der allgemein mildernden Umstände, verurteilte Richter Emilio Schönsberg den 50-Jährigen schließlich zu drei Jahren und vier Monaten Haft. Der Busfahrer soll den Familien mehrere 10.000 Euro bezahlt haben.

Der Busfahrer, der sich bis Montag in einer therapeutischen Einrichtung im Hausarrest befand, darf sich ab sofort mit Unterschriftspflicht auf freiem Fuß bewegen. Die Anwälte haben bereits Berufung gegen das Urteil angekündigt.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen