„Autonomie nur Übergangslösung“

Selbstbestimmungskonferenz in Barcelona

Dienstag, 15. September 2015 | 17:39 Uhr

Barcelona – Vergangene Woche nahm eine Delegation der Süd-Tiroler Freiheit an der Konferenz „Die demokratische Entwicklung Europas im Zusammenhang mit der Selbstbestimmung der Völker“ in Barcelona teil.

„Bei dieser wurde den Teilnehmern sofort eines klar: Europas Völker streben nach einer eigenen Identität bzw. fühlen sich unterdrückt von einem zentralistischen und unflexiblen System. Es mangelt am Willen, auf die Bedürfnisse der Völker einzugehen“, erklärt die Süd-Tiroler Freiheit in einer Aussendung. Eine ganze Reihe von Regionen möchte sich deshalb für unabhängig erklären. „Von Großbritannien, über Frankreich, Spanien bis nach Rumänien und viele mehr möchten sich loslösen aus dem Staatengebilde, um selbst zu entscheiden, wohin sie ihren Weg gehen wollen. Schnell wurde uns Teilnehmern klar, dass die Autonomie ein erster Schritt Richtung Freiheit sein kann, aber nicht die Lösung mit sich bringt“, so Christoph Mitterhofer, Delegierter der Bewegung.

Die Konferenz wurde auch genutzt, um sich zwischen den Teilnehmern aus dem gesamten europäischen Raum auszutauschen. Die Problematiken in den Regionen seien alle gleich, aber es gebe keine universale Lösung, jede Region müsse ihren eigenen Weg finden, so die Süd-Tiroler Freiheit.

James Summers, Dozent an der juristischen Fakultät der Lancaster Universität und Experte für internationales Rechts, verwies ausdrücklich darauf, dass das Selbstbestimmungsrecht ein legitimes Mittel sei. „Wir werden weiterhin in Kontakt mit allen Mitgliedern der Europäischen Freien Allianz bleiben, um gemeinsam unsere Rechte zu verwirklichen. Da mittlerweile in ganz Europa der Ruf nach Unabhängigkeit größer wird, braucht es eine europäische Lösung für die Geburt eines Europas der Regionen“, so Mitterhofer abschließend. Zum Abschluss der Konferenz nahm man gemeinsam mit zirka zwei Millionen Katalanen an der Unabhängigkeit-Demonstration "Diada" teil.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen